Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

Krankheiten beim Labrador sind ein Thema, mit dem sich jeder verantwortungsbewusste Hundehalter früher oder später auseinandersetzen sollte. Der Labrador Retriever gilt als fröhlicher, aktiver und grundsätzlich robuster Hund – doch auch diese beliebte Rasse ist nicht vor gesundheitlichen Problemen geschützt. Neben harmlosen Alltagsbeschwerden können rassetypische, erbliche und altersbedingte Erkrankungen auftreten, die rechtzeitig erkannt und richtig behandelt werden sollten.

Viele Krankheiten entwickeln sich schleichend und zeigen anfangs nur unscheinbare Symptome. Umso wichtiger ist es, seinen Labrador gut zu beobachten, typische Warnzeichen zu kennen und bei Unsicherheit frühzeitig tierärztlichen Rat einzuholen. Mit der richtigen Vorsorge, einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßigen Kontrollen lassen sich viele Probleme vermeiden oder zumindest deutlich abmildern.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Krankheiten beim Labrador besonders häufig vorkommen, wie Sie erste Anzeichen erkennen, wann ein Tierarztbesuch notwendig ist und was Sie selbst tun können, um die Gesundheit Ihres Vierbeiners langfristig zu schützen.

Inhalt

Genetische Erkrankungen beim Labrador – eine unterschätzte Gefahr

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

Genetische Erkrankungen spielen beim Labrador eine zentrale Rolle für die langfristige Gesundheit. Viele typische Krankheiten dieser Rasse entstehen nicht durch Haltung oder Pflege, sondern werden direkt über die Gene von den Elterntieren an die Welpen weitergegeben. Oft sind die Hunde bei der Geburt völlig unauffällig, entwickeln sich normal und zeigen erst Monate oder sogar Jahre später erste Symptome.

Gerade das macht erbliche Erkrankungen so tückisch:
Sie bleiben lange verborgen und treten oft erst dann auf, wenn bereits dauerhafte Schäden entstanden sind.

Die Veranlagung dazu ist bereits bei der Geburt vorhanden – auch wenn sich die Symptome oft erst Monate oder Jahre später zeigen.

Gerade darin liegt die große Gefahr:
Ein Welpe kann vollkommen gesund wirken, fröhlich spielen und sich normal entwickeln – und dennoch Träger oder sogar Betroffener einer schweren Erbkrankheit sein. Erst im Laufe des Wachstums oder im jungen Erwachsenenalter treten dann erste Probleme auf.

Einige dieser genetischen Erkrankungen verlaufen mild, andere können jedoch zu starken Schmerzen, dauerhaften Bewegungseinschränkungen, Erblindung oder sogar lebensbedrohlichen Zuständen führen. Umso wichtiger ist es, diese Krankheiten zu kennen und bei der Zucht gezielt vorzubeugen.

Typische erbliche Erkrankungen beim Labrador

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

Besonders häufig betroffen ist beim Labrador der Bewegungsapparat. Gelenkerkrankungen wie Hüft- und Ellenbogendysplasie gehören zu den bekanntesten Erbkrankheiten dieser Rasse. Sie können bereits im jungen Alter zu Lahmheit führen, verursachen chronische Schmerzen und enden nicht selten in früher Arthrose oder sogar dauerhafter Bewegungseinschränkung.

Auch die Augen sind ein empfindlicher Bereich. Erbliche Erkrankungen wie die progressive Netzhautatrophie, der Graue Star oder Fehlentwicklungen der Netzhaut können schleichend fortschreiten und im schlimmsten Fall zur vollständigen Erblindung führen. Besonders tragisch ist, dass viele betroffene Hunde lange Zeit völlig gesund wirken, während ihr Sehvermögen unbemerkt immer weiter nachlässt.

Eine weitere wichtige Gruppe bilden erblich bedingte Muskel- und Belastungserkrankungen. Dazu zählen unter anderem die Labrador-Myopathie und der sogenannte Exercise Induced Collapse. Diese Krankheiten zeigen sich vor allem unter körperlicher Belastung. Betroffene Hunde ermüden ungewöhnlich schnell, verlieren ihre Koordination und können bei Anstrengung plötzlich zusammenbrechen. In einzelnen Fällen stellen diese Zustände sogar eine akute Lebensgefahr dar.

Hinzu kommen weitere genetisch bedingte Störungen, etwa hormonelle Erkrankungen wie der Morbus Addison, bestimmte Stoffwechselprobleme oder seltenere neurologische Veränderungen. Einige dieser Krankheiten verlaufen mild, andere machen eine lebenslange Behandlung notwendig und schränken die Lebensqualität des Hundes erheblich ein.

Wie schwer können genetische Erkrankungen sein?

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

Die Bandbreite ist groß.

Einige genetische Erkrankungen:

  • verursachen nur leichte Einschränkungen
  • lassen sich gut kontrollieren
  • beeinträchtigen die Lebensqualität nur wenig

Andere hingegen:

  • führen zu chronischen Schmerzen
  • schränken die Beweglichkeit dauerhaft ein
  • verursachen Blindheit
  • können zu Kollapszuständen und Lebensgefahr führen
  • machen lebenslange Behandlung notwendig

In schweren Fällen beeinflussen genetische Erkrankungen:

  • die Lebenserwartung
  • die Belastbarkeit
  • das Wohlbefinden
  • die Alltagstauglichkeit des Hundes

Für Halter bedeutet das oft:

  • regelmäßige Tierarztbesuche
  • Medikamente über Jahre
  • Einschränkungen bei Bewegung und Sport
  • hohe Kosten
  • große emotionale Belastung

Krankheiten beim Labrador – Häufige Gesundheitsprobleme und Vorsorge

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

Wer die typischen Gesundheitsprobleme kennt, kann viele davon frühzeitig erkennen oder sogar vermeiden.

Gelenkerkrankungen: Hüft- und Ellenbogendysplasie (HD / ED)

Die Hüftdysplasie und die Ellenbogendysplasie gehören zu den häufigsten erblichen Erkrankungen beim Labrador. Dabei handelt es sich um Fehlentwicklungen der Gelenke, die zu Fehlbelastungen, Entzündungen und später zu schmerzhafter Arthrose führen.

Die genetische Veranlagung ist eindeutig belegt – deshalb zählen HD und ED zu den klassischen erblichen Krankheiten beim Labrador.

Ein wichtiger Grundsatz lautet:
Je größer und schwerer ein Hund ist, desto höher ist das Risiko für Gelenkprobleme.
Da Labradore zu den mittelgroßen bis großen und kräftigen Hunderassen gehören, sind sie besonders häufig betroffen.

Die Folgen können sehr unterschiedlich sein:

  • Lahmheit schon im jungen Alter
  • chronische Schmerzen
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • frühzeitige Arthrose
  • im schlimmsten Fall dauerhafte Behinderung

In schweren Fällen sind operative Eingriffe notwendig, um dem Hund überhaupt noch eine schmerzfreie Bewegung zu ermöglichen.

Hüftdysplasie (HD) – eine der häufigsten Erkrankungen beim Labrador

Hüftgelenkdysplasie beim Labrador im Vergleich zum gesunden Gelenk
Medizinische Darstellung eines gesunden Hüftgelenks und einer Hüftgelenkdysplasie beim Labrador. Die Abbildung erklärt rassetypische Gelenkerkrankungen beim Labrador.

Leider gehört die Hüftdysplasie zu den am weitesten verbreiteten Gelenkerkrankungen bei Hunden. Besonders häufig betrifft sie große und schwere Rassen. Oft wird sie mit dem Deutschen Schäferhund in Verbindung gebracht, doch auch Labradore sind vergleichsweise häufig betroffen.

In der Zucht wird seit vielen Jahren versucht, diese Erkrankung durch verpflichtende Röntgenuntersuchungen und gezielte Zuchtprogramme einzudämmen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Zucht eines Labradors gut geplant und nur mit gesunden Elterntieren durchgeführt wird.

Bei der Hüftdysplasie sitzt der Hüftkopf nicht korrekt in der Gelenkpfanne. Dadurch kommt es zu Reibung, Fehlbelastung und Reizung der Nerven. Je nach Ausprägung der Erkrankung können die Schmerzen leicht, aber auch sehr stark sein und den Hund im Alltag deutlich einschränken.

Allerdings ist die Vererbung nicht die einzige Ursache. Heute weiß man, dass auch äußere Faktoren eine große Rolle spielen. Falsche Ernährung im Wachstum, Übergewicht sowie eine zu starke Belastung des Bewegungsapparates können die Entwicklung einer Hüftdysplasie begünstigen oder verschlimmern.

Gerade bei Welpen und Junghunden sollte man deshalb vorsichtig sein. Häufiges Treppenlaufen, wildes Toben, Springen oder ruckartige Bewegungen können die noch weichen Gelenke stark belasten. Auch das regelmäßige Springen in den Kofferraum kann problematisch sein. Wenn Ihr Labrador oft im Auto mitfährt, ist eine Hunderampe eine sehr sinnvolle Anschaffung.

Typische Symptome einer Hüftdysplasie sind:

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten
  • die Freude an Bewegung nimmt deutlich ab
  • der Hund mag keine langen Spaziergänge mehr
  • bestimmte Bewegungen werden vermieden, zum Beispiel das Springen ins Auto oder auf das Sofa
  • Lahmheit, Hüpfen oder ungleichmäßige Belastung der Hinterbeine
  • Schmerzäußerungen wie Winseln oder Jaulen

Vorbeugung und Behandlung

Leider ist die Hüftdysplasie nicht heilbar. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität des Hundes deutlich zu verbessern.

In vielen Fällen helfen bereits eine angepasste Fütterung, Gewichtsreduktion und der Verzicht auf belastende Bewegungen wie schnelle Richtungswechsel, abrupte Stopps, starke Überlastung oder häufiges Treppensteigen. Zusätzlich kommen oft schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz.

In schwereren Fällen wird auch eine Operation in Betracht gezogen. Moderne Therapien wie gezielte Physiotherapie oder die Behandlung mit Stammzellen können ebenfalls gute Ergebnisse zeigen und dem Hund wieder mehr Beweglichkeit und Lebensfreude ermöglichen.
Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere röntgen und nur gesunde Hunde zur Zucht zu. Ein normales Körpergewicht, angepasste Bewegung und gegebenenfalls Physiotherapie helfen, den Verlauf zu verlangsamen. In schweren Fällen kann eine Operation notwendig sein.

Ellenbogendysplasie (ED) – häufige Ursache für Lahmheit bei jungen Labradoren

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

Die Ellenbogendysplasie ist eine weitere typische Gelenkerkrankung bei Labradoren und betrifft vor allem junge Hunde im Wachstum. Dabei entwickeln sich einzelne Teile des Ellenbogengelenks nicht richtig, was zu Fehlstellungen, Entzündungen und später zu schmerzhaften Arthrosen führen kann.

Oft fällt die Erkrankung schon im ersten Lebensjahr auf. Viele Halter bemerken zunächst nur eine leichte Lahmheit nach dem Spielen oder längeren Spaziergängen. Mit der Zeit können die Beschwerden jedoch zunehmen.

Wie bei der Hüftdysplasie spielen sowohl genetische Faktoren als auch äußere Einflüsse eine Rolle. Zu schnelles Wachstum, falsche Fütterung oder Überlastung der Gelenke können die Erkrankung begünstigen.

Typische Symptome einer Ellenbogendysplasie sind:

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten
  • Lahmheit an einem oder beiden Vorderbeinen
  • steifes Laufen, besonders nach Ruhephasen
  • Schonhaltung nach Belastung
  • verminderte Bewegungsfreude
  • Schmerzreaktionen beim Abtasten des Gelenks

Je früher die Ellenbogendysplasie erkannt wird, desto besser lässt sich der Verlauf beeinflussen. In leichten Fällen helfen Schonung, Gewichtsreduktion, Physiotherapie und entzündungshemmende Medikamente. In schwereren Fällen kann eine Operation notwendig sein, um lose Knochenteile zu entfernen oder die Gelenkstellung zu korrigieren.

Augenkrankheiten – Gefahr der Erblindung

Neuronale Ceroid-Lipofuszinose beim Labrador – Vergleich von gesundem und erkranktem Auge und Gehirn
Medizinische Vergleichsgrafik eines gesunden Auges und Gehirns sowie der Veränderungen bei neuronaler Ceroid-Lipofuszinose (NCL) beim Labrador. Die Illustration erklärt eine schwere genetische Erkrankung des Nervensystems.

Auch die Augen gehören zu den empfindlichen Bereichen beim Labrador. Zu den wichtigsten erblichen Augenerkrankungen zählen:

  • Progressive Retinaatrophie (PRA)
  • hereditäre Katarakt (Grauer Star)
  • Retinadysplasie

Diese Erkrankungen führen zu einer fortschreitenden Zerstörung der Netzhaut oder zu Trübungen der Augenlinse. Leider enden viele dieser Krankheiten früher oder später in einer teilweisen oder vollständigen Erblindung.

Besonders tragisch:
Viele betroffene Hunde wirken lange Zeit völlig gesund. Erst wenn das Sehvermögen deutlich nachlässt, bemerken die Halter die Erkrankung – oft ist sie dann bereits weit fortgeschritten.

Beim Labrador treten mehrere erbliche Augenkrankheiten auf. Besonders bekannt ist die Progressive Retinaatrophie (PRA), bei der sich die Netzhaut langsam zurückbildet und der Hund schrittweise erblindet.

Anfangs merken viele Halter kaum etwas. Erst mit der Zeit fällt auf, dass der Hund im Dunkeln unsicher wird oder häufiger gegen Gegenstände stößt.

Häufige Augenprobleme beim Labrador sind:

  • Progressive Retinaatrophie (PRA)
  • Grauer Star (Katarakt)
  • Netzhautveränderungen
  • altersbedingte Sehstörungen

Regelmäßige Augenuntersuchungen sind vor allem bei Zuchthunden sehr wichtig. Früh erkannt lassen sich viele Veränderungen zumindest verlangsamen oder gut begleiten.

Erbliche Katarakt (HK) – wenn sich die Augen langsam eintrüben

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

Die Katarakt gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen bei Hunden. Dabei handelt es sich um eine fortschreitende Trübung der Augenlinse. Wird die Erkrankung nicht behandelt, führt sie früher oder später zur Erblindung.

Noch vor einigen Jahren wurde der Graue Star bei Hunden nur selten operiert. Heute hat sich diese Einstellung deutlich geändert. Moderne Operationstechniken ermöglichen es, die getrübte Linse zu entfernen und durch eine künstliche Linse zu ersetzen. Auf diese Weise kann das Sehvermögen in vielen Fällen erhalten oder sogar deutlich verbessert werden.

Beim Labrador kann die Katarakt erblich bedingt sein. Daneben gibt es weitere mögliche Ursachen: Diabetes mellitus, Stoffwechselerkrankungen oder Verletzungen des Auges. In manchen Fällen entwickelt sich die Linsentrübung schleichend und bleibt lange unbemerkt.

Nicht immer ist die Trübung von außen sofort erkennbar. Oft fallen zunächst nur kleine Veränderungen im Verhalten des Hundes auf. Vielleicht sieht Ihr Labrador im Dunkeln schlechter, reagiert unsicher auf Bewegungen oder erkennt nicht mehr, in welche Richtung ein geworfener Ball geflogen ist.

Typische Hinweise auf eine beginnende Katarakt sind:

  • unsicheres Laufen bei Dämmerung oder Dunkelheit
  • Schwierigkeiten, sich in unbekannten Räumen zu orientieren
  • vorsichtiges Verhalten in neuen Umgebungen
  • Zusammenstoßen mit Möbeln, Türen oder parkenden Autos
  • vermindertes Reagieren auf visuelle Reize

Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Regelmäßige Augenuntersuchungen sind deshalb besonders wichtig – vor allem bei älteren Hunden und in der Zucht.

Progressive Retinaatrophie (PRA) – schleichender Verlust des Sehvermögens

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

Die Progressive Retinaatrophie gehört zu einer Gruppe degenerativer Erkrankungen der Netzhaut, die beim Hund unweigerlich zur Erblindung führen. In der Regel sind immer beide Augen betroffen.

Bei dieser Erkrankung sterben nach und nach die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut ab. Anfangs betrifft dies vor allem das Sehen bei Dämmerung und in der Nacht. Viele Hunde entwickeln zunächst eine sogenannte Nachtblindheit.

Ein typisches frühes Anzeichen ist ein grünliches oder silbrig schimmerndes Leuchten in den Augen, das vor allem bei Lichteinfall auffällt.

Typische Anzeichen einer PRA sind:

  • schlechtes Sehen in der Dämmerung
  • Unsicherheit bei Spaziergängen im Dunkeln
  • zögerliches Verhalten in unbekannten Umgebungen
  • grünes oder silbriges Aufleuchten der Augen
  • später auch Sehstörungen bei Tageslicht

Im weiteren Verlauf schreitet die Erkrankung langsam voran. Aus der Nachtblindheit entwickelt sich zunehmend auch eine Tagblindheit. In der letzten Phase kommt es schließlich zur vollständigen Erblindung.

Zum Glück verläuft die Progressive Retinaatrophie schmerzfrei. Da der Sehverlust sehr langsam fortschreitet, haben die meisten Labradore ausreichend Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen und verstärkt auf ihre anderen Sinne zu verlassen.

Neuronale Ceroid-Lipofuszinose (NCL) beim Labrador

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

Die neuronale Ceroid-Lipofuszinose (NCL) ist eine seltene, aber äußerst schwere erbliche Erkrankung des Nervensystems, die auch beim Labrador Retriever vorkommt. Es handelt sich um eine neurodegenerative Krankheit, bei der Nervenzellen im Gehirn sowie die Netzhaut der Augen schrittweise zerstört werden.

Ursache der Erkrankung ist eine Mutation im CLN5-Gen, die autosomal-rezessiv vererbt wird. Ein Hund erkrankt nur dann, wenn er das defekte Gen von beiden Elternteilen erbt. Träger der Mutation erscheinen äußerlich vollkommen gesund, können die Krankheit jedoch unbemerkt weitervererben.

Die ersten Symptome treten meist im jungen Erwachsenenalter auf, häufig zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr. Die Erkrankung schreitet langsam, aber kontinuierlich voran.

Typische Anzeichen einer NCL sind:

  • nachlassendes Sehvermögen, Nachtblindheit
  • Orientierungsstörungen
  • Verhaltensänderungen
  • Koordinationsprobleme und unsicherer Gang
  • Zittern und Krampfanfälle
  • zunehmender geistiger Abbau

Mit fortschreitender Erkrankung verschlechtern sich Sehvermögen und Bewegungsfähigkeit immer weiter. Es kommt zu schweren neurologischen Ausfällen, die die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Leider endet die Erkrankung in den meisten Fällen mit einem frühen Tod des betroffenen Hundes.

Eine ursächliche Therapie steht derzeit nicht zur Verfügung. Die Behandlung beschränkt sich auf eine symptomatische Unterstützung und kann das Fortschreiten der Krankheit nicht aufhalten.

Umso wichtiger ist die Vorsorge in der Zucht. Mithilfe moderner Gentests lässt sich die Mutation im CLN5-Gen zuverlässig nachweisen. Verantwortungsvolle Züchter testen ihre Zuchttiere konsequent und schließen Trägertiere aus der Zucht aus, um die Entstehung dieser schweren Erkrankung zu verhindern.

Leben mit einem sehbehinderten Labrador

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

Ein blinder oder sehschwacher Hund kann oft erstaunlich gut mit seiner Einschränkung leben – vorausgesetzt, seine Umgebung bleibt möglichst konstant.

Es ist hilfreich, die Möbel im Haus nicht oder nur sehr selten umzustellen, damit Ihr Labrador sich weiterhin sicher orientieren kann. Vermeiden Sie abrupte Veränderungen in der Wohnung und schaffen Sie klare Laufwege.

In unbekannter Umgebung sollte Ihr Hund immer an der Leine geführt werden. Bei Spaziergängen eignen sich vertraute Strecken besonders gut, da Gerüche, Geräusche und bekannte Wege zusätzliche Orientierung bieten.

Auch im Training sollten verstärkt Hörsignale eingesetzt werden. Da der Hund Berührungen manchmal nicht kommen sieht, ist es wichtig, vorher ruhig mit ihm zu sprechen, bevor man ihn anfasst – so vermeiden Sie unnötiges Erschrecken.

Mit Geduld, Verständnis und einer angepassten Umgebung können auch blinde Labradore weiterhin ein erfülltes und glückliches Leben führen.

Erbliche Muskel- und Belastungserkrankungen: Myopathie und EIC

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

Zu den besonders eindrucksvollen genetischen Erkrankungen beim Labrador gehören die erblichen Muskelerkrankungen sowie der sogenannte Exercise Induced Collapse (EIC).

Beide Erkrankungen äußern sich vor allem unter körperlicher Belastung.

Myopathie beim Labrador Retriever (LRM / HMLR / CNM)

Die Myopathie des Labrador Retrievers gehört zu den seltenen, aber sehr ernsten erblichen Erkrankungen dieser Rasse. Es handelt sich dabei um eine angeborene Fehlentwicklung der Skelettmuskulatur, bei der es zu einer fortschreitenden Muskelschwäche kommt.

Ursache dieser Erkrankung ist eine Mutation im sogenannten PTPLA-Gen. Wichtig zu wissen: Ein Labrador erkrankt nur dann an dieser Myopathie, wenn er den defekten Genabschnitt von beiden Elternteilen geerbt hat. Trägt nur ein Elternteil das Gen, bleibt der Hund in der Regel gesund, kann die Erkrankung aber weitervererben.

Gerade deshalb spielt die genetische Untersuchung in der Zucht eine besonders große Rolle. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere testen, um betroffene Welpen möglichst zu vermeiden.

Wie äußert sich die Myopathie beim Labrador?

Die ersten Symptome treten häufig schon sehr früh auf. Bei manchen Hunden zeigen sich die Beschwerden bereits im Welpenalter, meist innerhalb der ersten sechs bis sieben Lebensmonate.

Anfangs wirken die Veränderungen oft harmlos oder werden als „Ungeschicklichkeit“ fehlinterpretiert. Mit der Zeit werden die Symptome jedoch deutlicher.

Typische Anzeichen einer Labrador-Myopathie sind:

  • steifer, unnatürlicher Gang
  • deutliche Muskelschwäche, besonders in den Hinterbeinen
  • ungewöhnliche Haltung von Kopf und Hals
  • schnelle Ermüdung schon bei geringer Belastung
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Treppensteigen
  • Zittern der Muskulatur nach Anstrengung

Ein besonders gefährlicher Aspekt dieser Erkrankung ist die ausgeprägte Belastungsintoleranz. Viele betroffene Hunde ermüden sehr schnell und können bei Anstrengung sogar das Bewusstsein verlieren.

Einige Labradore reagieren zudem extrem empfindlich auf Kälte. In kalter Umgebung oder bei nasskaltem Wetter kann es vorkommen, dass Hunde plötzlich zusammenbrechen oder kurzzeitig bewusstlos werden. Dieses Symptom ist für viele Halter sehr erschreckend und sollte immer ernst genommen werden.

Verlauf und Prognose

Die Myopathie ist leider nicht heilbar. Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Hunde zeigen nur leichte Einschränkungen, andere sind bereits in jungen Jahren deutlich in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt.

Eine gezielte medikamentöse Therapie gibt es bislang nicht. Die Behandlung besteht vor allem aus:

  • Schonung und angepasster Bewegung
  • Vermeidung von Überlastung
  • Schutz vor Kälte und Nässe
  • kontrollierter, gleichmäßiger Belastung

Bei leichteren Formen können die Hunde dennoch viele Jahre relativ stabil leben. Bei schweren Verläufen kann die Lebensqualität jedoch deutlich eingeschränkt sein.

Wichtiger Hinweis für Züchter und Halter

Da es sich um eine erblich bedingte Erkrankung handelt, sollten betroffene Hunde nicht zur Zucht eingesetzt werden. Auch Trägertiere sollten nur mit getesteten, genetisch freien Partnern verpaart werden.

Für Welpenkäufer ist es sehr sinnvoll, auf vorhandene Gentests der Elterntiere zu achten.

EIC – Kollaps durch körperliche Anstrengung

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

EIC steht für „Exercise Induced Collapse“, also einen durch Belastung ausgelösten Zusammenbruch. Ursache ist eine Mutation im DNM1-Gen.

Typischer Verlauf:

  • Nach 5 bis 20 Minuten intensiver Bewegung
  • vor allem bei starker Erregung oder Aufregung
  • beginnt der Hund ungewöhnlich schnell zu ermüden
  • der Gang wird unsicher und schwankend
  • Koordinationsprobleme treten auf
  • schließlich kann der Hund nicht mehr stehen oder laufen

Viele Hunde versuchen weiterzulaufen, obwohl ihre Muskulatur sie nicht mehr trägt. Besonders charakteristisch ist:

  • schwankender, unkontrollierter Gang
  • Probleme mit dem Gleichgewicht
  • Einknicken der Hinterhand
  • später auch Schwäche der Vorderbeine
  • der Hund fällt schließlich zu Boden

In den meisten Fällen bleibt der Hund bei Bewusstsein. Nur etwa ein Viertel der betroffenen Tiere zeigt während eines Anfalls Desorientierung.

Nach ausreichender Ruhe erholen sich viele Hunde wieder vollständig – doch die Anfälle können sich im Laufe des Lebens immer wiederholen.

Besonders tückisch:
Nicht jeder Hund mit dem veränderten Gen erkrankt tatsächlich.
Manche Labradore zeigen erste Anfälle schon im ersten Lebensjahr, andere erst nach mehreren Jahren – und einige bleiben sogar zehn Jahre lang völlig symptomfrei.

Das macht EIC besonders schwer vorhersehbar.

Morbus Addison beim Labrador – eine tückische hormonelle Erkrankung

Der Morbus Addison, auch als Nebenniereninsuffizienz bekannt, gehört zu den hormonellen Erkrankungen, die beim Labrador vergleichsweise häufig auftreten.

Bei dieser Krankheit arbeiten die Nebennieren nicht mehr ausreichend. Dadurch werden wichtige Hormone wie Cortisol und Aldosteron nicht in ausreichender Menge produziert. Diese Hormone sind jedoch lebensnotwendig, da sie den Stoffwechsel, den Blutdruck sowie den Wasser- und Mineralhaushalt regulieren.

Fehlt es an diesen Hormonen, gerät der gesamte Organismus aus dem Gleichgewicht.

Warum ist die Krankheit so schwer zu erkennen?

Das Tückische am Morbus Addison ist, dass die Symptome oft unspezifisch sind und leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden. Viele Labradore zeigen über lange Zeit nur wechselnde, eher milde Beschwerden.

Nicht selten dauert es Monate oder sogar Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird.

Typische Anzeichen einer Addison-Erkrankung sind:

  • wiederkehrender Durchfall
  • Blut im Kot
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Muskelzittern
  • veränderter Appetit
  • vermehrtes Trinken bei gleichzeitigem Fressunlust
  • starke Müdigkeit
  • Teilnahmslosigkeit
  • Gewichtsverlust

Diese Symptome treten auch bei vielen anderen Krankheiten auf und sind daher kein eindeutiger Hinweis auf Morbus Addison. Sicherheit bringt nur eine gezielte Diagnostik beim Tierarzt.

Der wichtigste Test ist der sogenannte ACTH-Stimulationstest, bei dem die Hormonkonzentration im Blut gemessen wird. Zusätzlich kommen bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall zum Einsatz, um den Zustand der Nebennieren und anderer Organe zu beurteilen.

Verschiedene Formen der Addison-Erkrankung

Man unterscheidet mehrere Formen dieser Krankheit:

Akute Form
Hier entsteht der Hormonmangel plötzlich. Die Symptome entwickeln sich rasch und können sehr schnell lebensbedrohlich werden.

Chronische Form
Diese Variante entwickelt sich langsam über Monate oder Jahre. Die Beschwerden nehmen schleichend zu und bleiben lange unauffällig.

Primärer Morbus Addison
Hier liegt meist eine Autoimmunerkrankung vor. Das Immunsystem zerstört die eigenen Nebennierenzellen. Diese Form ist die häufigste.

Sekundärer Morbus Addison
Die Erkrankung entsteht als Folge einer anderen Grunderkrankung, zum Beispiel durch Entzündungen, Durchblutungsstörungen, Diabetes oder Tumorerkrankungen.

Iatrogener Morbus Addison
Diese Form entsteht durch Medikamente. Wurde ein Hund lange mit Kortison behandelt und das Medikament plötzlich abgesetzt, kann es zu einem gefährlichen Hormonmangel kommen.

Lebensgefahr: Der Addison-Krisenfall

Besonders gefährlich ist der sogenannte Addison-Krisenfall. Dabei fällt der Hormonspiegel plötzlich stark ab. Dies kann durch Stress, Infektionen, Operationen oder das Fortschreiten der Erkrankung ausgelöst werden.

In diesem Zustand kommt es zu schweren Kreislaufstörungen, die unbehandelt schnell tödlich enden können.

Typische Symptome eines Addison-Krisenfalls sind:

  • sehr niedriger Blutdruck
  • starke allgemeine Schwäche
  • Schockzustand
  • Kreislaufzusammenbruch
  • schwere Austrocknung
  • Unterzuckerung
  • schwacher Puls
  • niedrige Körpertemperatur

Wichtig:
Dies ist ein akuter, lebensbedrohlicher Notfall. Zeigt Ihr Labrador solche Symptome, muss er sofort in eine Tierklinik gebracht werden. Nur eine schnelle Infusionstherapie und Hormongabe können das Leben retten.

Behandlung und Langzeitprognose

Besteht der Morbus Addison als Folge einer anderen Grunderkrankung, steht zunächst die Behandlung dieser Ursache im Vordergrund. Gelingt dies, kann sich auch die sekundäre Addison-Form oft wieder zurückbilden.

Beim primären Morbus Addison ist die Situation anders. Hier ist eine lebenslange Hormonersatztherapie notwendig. Der Hund erhält regelmäßig Medikamente, die die fehlenden Hormone ersetzen.

Anfangs dauert es oft eine gewisse Zeit, bis die richtige Dosierung gefunden wird. Die Therapie ist nicht ganz günstig, aber sehr wirkungsvoll.

Bei guter Einstellung können betroffene Labradore ein langes, aktives und glückliches Leben führen.

Aufhellungsgen, Farbdefekte und mögliche Erkrankungen beim Labrador Retriever

Krankheiten beim Labrador – was Sie darüber wissen sollten

Ursprünglich gab es beim Labrador Retriever nur eine einzige anerkannte Fellfarbe: reines Schwarz. Andere Farben galten lange Zeit als unerwünscht oder sogar als Fehler. Gelbe Welpen kamen zwar gelegentlich zur Welt, wurden jedoch früher oft direkt nach der Geburt getötet. Man hielt diese Farbe für „falsch“, obwohl die Welpen vollkommen gesund waren.

Erst im Jahr 1899 wurde erstmals ein gelber Labrador offiziell anerkannt. Von diesem Zeitpunkt an durften auch gelbe Hunde gezüchtet werden.

Auch braune Welpen tauchten immer wieder in Würfen auf. Doch auch sie hatten lange kein gutes Schicksal. Wie zuvor die gelben Hunde wurden auch braune Labradore oft direkt nach der Geburt aussortiert – obwohl sie ebenfalls vollkommen gesund waren. Erst im Jahr 1964 wurde der braune Labrador offiziell als korrekte Fellfarbe anerkannt.

Moderne „Modefarben“ – wirklich reinrassig?

Heute tauchen zunehmend weitere Farbvarianten auf, zum Beispiel Silber, Champagne oder Charcoal. Züchter solcher Farben bezeichnen ihre Hunde gerne als „reinrassige Labradore mit besonderem Farbton“. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass diese Farben genetisch problematisch sind.

Diese neuen Farbvarianten entstehen nicht durch normale Zuchtlinien, sondern durch einen defekten Verdünnungs-Genabschnitt, das sogenannte Dilute-Gen.

Ein Charcoal-Labrador ist genetisch eigentlich ein schwarzer Labrador,
ein Champagne-Labrador ein gelber Labrador,
und ein silberner Labrador ein brauner Labrador –

jedoch jeweils mit aufgehelltem Grundfarbton.

Diese Aufhellung entsteht nicht zufällig, sondern durch einen genetischen Defekt.

Wie wirkt das Dilute-Gen?

Das Dilute-Gen sorgt dafür, dass sich die Farbpigmente im Haar verklumpen. Dadurch wird weniger gleichmäßig Pigment in das Fell eingelagert, und die Farbe erscheint deutlich heller.

Zusätzlich kommt es häufig zu Störungen der Verhornung der Haut. Die Hautbarriere ist geschwächt, das Fell wird brüchig, und die Haut anfälliger für Entzündungen.

Damit ein Labrador eine silberne oder charcoal-Farbe entwickelt, müssen beide Elterntiere Träger des Dilute-Gens sein. Das bedeutet: Die Vererbung erfolgt rezessiv.

Grundlagen der Vererbung

Jeder Hund besitzt zwei Genvarianten (Allele) für die Fellfarbe.

  • D steht für normale Pigmentierung
  • d steht für das Aufhellungsgen (Dilute)

Mögliche Kombinationen:

D/D
→ normal gefärbter Labrador
→ trägt kein Dilute-Gen
→ kann es nicht weitervererben

D/d
→ normal gefärbter Labrador
→ ist Träger des Dilute-Gens
→ kann es weitervererben, obwohl er selbst normal aussieht

d/d
→ aufgehellter Labrador (Silber, Charcoal, Champagne)
→ trägt den Defekt auf beiden Allelen
→ vererbt ihn immer weiter

Mögliche Kombinationen bei der Zucht

  • D/D × D/D
    Alle Welpen sind D/D – normal gefärbt, gesund, keine Träger.
    → ideale und sichere Kombination
  • D/D × D/d
    50 % D/D, 50 % D/d
    → alle Welpen sehen normal aus, aber die Hälfte trägt den Defekt
  • D/D × d/d
    Alle Welpen sind D/d
    → alle Träger, äußerlich unauffällig
  • D/d × D/d
    25 % D/D
    50 % D/d
    25 % d/d (aufgehellt)
  • D/d × d/d
    50 % d/d (aufgehellt)
    50 % D/d (Träger)
  • d/d × d/d
    100 % aufgehellte Welpen
    → der Defekt wird vollständig weitervererbt

Gesundheitliche Risiken bei aufgehellten Labradors

Nicht jeder aufgehellte Labrador wird zwangsläufig krank.
Aber: Das Risiko ist deutlich erhöht.

Besonders häufig tritt eine Erkrankung auf, die als
Color Dilution Alopecia (CDA)
auf Deutsch: Alopezie durch Farbverdünnung – bekannt ist.

Diese Krankheit kommt ausschließlich bei Hunden mit verdünnter Fellfarbe vor. Nicht jeder betroffene Hund erkrankt, aber nur Hunde mit Dilute-Gen können diese Krankheit überhaupt entwickeln.

Die ersten Symptome treten meist zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr auf – manchmal aber auch deutlich später.

Mögliche Folgen der Farbverdünnung

Bei betroffenen Hunden können folgende Probleme auftreten:

  • auffällige Aufhellung des Fells
  • brüchiges, stumpfes Haar
  • trockene, schuppige Haut
  • starker Juckreiz
  • Hautentzündungen und Ekzeme
  • fortschreitender Haarausfall (Alopezie)
  • geschwächtes Immunsystem
  • Leber- und Nierenerkrankungen
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • möglicherweise verkürzte Lebenserwartung

Da es sich um einen genetischen Defekt handelt, ist diese Erkrankung nicht heilbar. Die Behandlung beschränkt sich auf eine lebenslange Linderung der Symptome:

  • spezielle medizinische Shampoos
  • Salben, Sprays und Hautpflege
  • entzündungshemmende Medikamente
  • gegebenenfalls Antibiotika
  • dauerhafte tierärztliche Betreuung

Viele betroffene Hunde leiden jahrelang unter Juckreiz, Hautentzündungen und Fellverlust.

Verantwortung der Zucht

Auch wenn das Risiko statistisch nicht extrem hoch ist, stellt sich eine wichtige Frage:

Ist es verantwortbar, bewusst ein genetisches Risiko einzugehen, nur weil eine bestimmte Fellfarbe „modern“ oder „exotisch“ wirkt?

Viele seriöse Züchter lehnen diese Farben konsequent ab. In einigen Rassen – etwa beim Dobermann oder beim Australian Shepherd – ist die Zucht mit Dilute-Trägern bereits verboten.

Im Mittelpunkt der Zucht sollten immer stehen:

  • Gesundheit
  • Langlebigkeit
  • Wesen
  • Einhaltung des Rassestandards

Modetrends dürfen niemals wichtiger sein als das Wohl des Tieres.

Eine Frage an zukünftige Halter

Wer sich bewusst für einen silbernen oder charcoalfarbenen Labrador interessiert, sollte sich ehrlich fragen:

  • Bin ich bereit, mögliche lebenslange Hautprobleme zu akzeptieren?
  • Kann ich die dauerhaften Tierarztkosten tragen?
  • Kann ich zusehen, wie mein Hund ständig kratzt, Haare verliert und leidet – nur wegen einer besonderen Farbe?

Viele dieser Hunde werden zu hohen Preisen verkauft. Doch dieser „exklusive“ Farbton ist in Wahrheit ein genetischer Defekt – mit möglichen schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit.

Ein sehr hoher Preis für eine sehr fragile Schönheit.

Die Aufhellungsfarben beim Labrador sind kein Zeichen besonderer Qualität, sondern das Ergebnis eines genetischen Defekts. Auch wenn nicht jeder betroffene Hund erkrankt, steigt das Risiko für ernsthafte Haut- und Fellprobleme deutlich.

Gesunde Zucht bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – nicht Modetrends zu folgen.

Denn am Ende zählt nicht die Farbe des Fells, sondern das Wohl und die Lebensqualität des Hundes.

Genetische Erkrankungen beim Labrador Retriever – Übersichtstabelle

ErkrankungBetroffenes SystemGen / VererbungKurzbeschreibungSchweregradTest / Kontrolle
Hüftgelenkdysplasie (HD)Gelenke / BewegungsapparatpolygenFehlentwicklung des Hüftgelenks, führt zu Arthrose und SchmerzenhochRöntgen
Ellenbogendysplasie (ED)GelenkepolygenFehlbildung im Ellenbogengelenk, Lahmheit der VorderbeinehochRöntgen
Progressive Retinaatrophie (prcd-PRA)Augenautosomal-rezessivlangsame Zerstörung der Netzhaut, endet in Erblindungsehr hochGentest
Hereditäre KataraktAugengenetisch variabelTrübung der Augenlinse, Sehverschlechterung bis BlindheithochAugenuntersuchung / teils Gentest
RetinadysplasieAugengenetischFehlentwicklung der Netzhaut, Sehstörungen möglichmittelAugenuntersuchung
Exercise Induced Collapse (EIC)Nerv-Muskel-SystemDNM1, rezessivKollaps bei Belastung, Koordinationsverlusthoch / lebensgefährlichGentest
Centronukleäre Myopathie (CNM / HMLR)MuskulaturPTPLA, rezessivMuskelschwäche, schnelle Ermüdung, steifer Gangmittel–hochGentest
Degenerative Myelopathie (DM)RückenmarkSOD1fortschreitende Lähmung der Hinterhandsehr hochGentest
Neuronal Ceroid Lipofuscinose (NCL)NervensystemCLN5schwere neurologische Störung, frühe Todesfolgeextrem hochGentest
Hereditäre Nasenparakeratose (HNPK)Haut / NaseKRT75trockene, rissige Nase, schmerzhafte EntzündungmittelGentest
IchthyoseHautPNPLA1trockene Haut, Schuppen, JuckreizmittelGentest
Skelettdysplasie 2 (SD2)SkelettCOL11A2Kleinwuchs, GelenkfehlstellungenhochGentest
CystinurieHarnwegegenetischBildung von Blasensteinen, Schmerzen, InfektionenhochGentest / Urin
Hereditäre EpilepsieNervensystempolygenwiederkehrende Krampfanfällemittel–hochklinisch
NarkolepsieNervensystemHCRTR2plötzliche Schlafanfälle, MuskelerschlaffungmittelGentest
KupfertoxikoseLebermultifaktoriellKupferanreicherung in der Leber, LeberschädenhochBlut / Biopsie
Color Dilution Alopecia (CDA)Haut / FellDilute-Gen d/dHaarausfall, Juckreiz, Hautentzündungenmittelindirekt genetisch

Nicht jede genetische Erkrankung zeigt sich sofort nach der Geburt. Viele Labradore wirken in den ersten Lebensmonaten völlig gesund, obwohl sie Träger oder sogar Betroffene einer schweren Erbkrankheit sind. Erste Symptome treten häufig erst im jungen Erwachsenenalter oder sogar erst im späteren Leben auf.

Einige dieser Krankheiten verlaufen mild und lassen sich gut kontrollieren. Andere führen zu:

  • chronischen Schmerzen
  • Bewegungseinschränkungen
  • Erblindung
  • neurologischen Ausfällen
  • oder sogar lebensbedrohlichen Zuständen

Da viele genetische Erkrankungen nicht heilbar sind, kommt der Vorsorge eine entscheidende Bedeutung zu.


Moderne Gentests, Röntgenuntersuchungen und Augenchecks ermöglichen es heute, viele schwere Erbkrankheiten frühzeitig zu erkennen. Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Zuchttiere regelmäßig untersuchen und schließen Trägertiere gezielt aus der Zucht aus.

Für zukünftige Hundehalter bedeutet das:
Der Blick in die Gesundheitsunterlagen der Elterntiere ist kein Misstrauen – sondern die wichtigste Investition in die Zukunft und Lebensqualität des eigenen Labradors.

Krankheiten beim Labrador: Warum Vorsorge in der Zucht so entscheidend ist

Gerade weil viele dieser Erkrankungen schwer, chronisch oder sogar lebensbedrohlich sein können, kommt der verantwortungsvollen Zucht eine enorme Bedeutung zu.

Heute stehen zahlreiche Untersuchungen zur Verfügung, mit denen sich Risiken frühzeitig erkennen lassen:

  • Röntgenaufnahmen zur Beurteilung von Hüft- und Ellenbogengelenken
  • spezielle Augenuntersuchungen durch Fachtierärzte
  • Gentests auf rassetypische Erbkrankheiten

Diese Untersuchungen ermöglichen es, Trägertiere zu identifizieren und riskante Verpaarungen zu vermeiden, bevor kranke Welpen geboren werden.

Ein wichtiger Hinweis für zukünftige Welpenkäufer

Wer sich einen Labrador anschaffen möchte, sollte niemals darauf verzichten, nach den Gesundheitsnachweisen der Elterntiere zu fragen. Dazu gehören insbesondere:

  • offizielle HD- und ED-Befunde
  • aktuelle Augenuntersuchungen
  • Gentests auf bekannte Erbkrankheiten

Ein seriöser Züchter wird diese Unterlagen selbstverständlich vorlegen.

Denn am Ende gilt:
Viele schwere Krankheiten beim Labrador lassen sich nicht heilen – aber sehr viele lassen sich durch verantwortungsvolle Zucht von vornherein verhindern.

Und genau deshalb sind Gentests, Röntgenuntersuchungen und Gesundheitskontrollen kein unnötiger Aufwand, sondern die wichtigste Voraussetzung für ein langes, schmerzfreies und gesundes Hundeleben.

Labrador: Ohrenkrankheiten (Ohrenentzündung)

Ohrenentzündungen gehören leider zu den typischen Problemen beim Labrador. Das liegt nicht daran, dass diese Rasse „schwach“ ist – sondern an der Anatomie: Labradore haben Schlappohren, und dadurch wird der Gehörgang schlechter belüftet. Wärme und Feuchtigkeit bleiben länger im Ohr – und genau das ist der perfekte Nährboden für Bakterien und Hefepilze.

Das Gemeine an einer Ohrenentzündung ist: Wenn der Besitzer sie bemerkt, ist das Ohr oft schon deutlich gereizt. Viele Hunde halten am Anfang still und ertragen es – bis es wirklich weh tut.

Woran erkennt man eine Ohrenentzündung beim Labrador?

Wenn die Entzündung fortgeschritten ist, zeigen viele Labradore typische Verhaltensweisen:

  • der Hund hält den Kopf schief oder dreht ihn immer zur gleichen Seite
  • häufiges Kopfschütteln (als ob „Wasser im Ohr“ wäre)
  • Kratzen am Ohr oder Reiben am Boden/Möbeln
  • der Hund mag es nicht, am Kopf angefasst zu werden (schmerzempfindlich)
  • unangenehmer Geruch aus dem Ohr
  • Rötung, Schwellung oder dunkler Ausfluss (braun/gelblich)
  • manchmal sogar „knisternde“ Geräusche beim Bewegen des Ohres

Wenn Sie so etwas sehen: Bitte nicht abwarten. Eine Ohrenentzündung kann sich schnell verschlimmern und im schlimmsten Fall auf das Mittelohr übergehen.

Warum bekommt ein Labrador überhaupt Ohrprobleme?

Die Ursachen können ganz unterschiedlich sein. Häufig steckt etwas relativ „Banales“ dahinter – aber es muss gefunden und behandelt werden.

Typische Auslöser sind:

1) Feuchtigkeit und Wärme
Nach dem Schwimmen, Baden oder Spaziergängen bei Regen bleibt das Ohr innen feucht. Bakterien und Hefen lieben genau diese Umgebung.

2) Ohrenschmalz und Schmutz
Wenn sich Ohrenschmalz staut und Dreck hängen bleibt, kippt das Gleichgewicht im Ohr. Entzündungen entstehen dann oft „wie von selbst“.

3) Fremdkörper im Ohr
Besonders fies sind Grannen, Grassamen oder kleine Pflanzenteile. Die können sich festsetzen und starken Schmerz verursachen. In solchen Fällen muss der Tierarzt den Fremdkörper entfernen.

4) Allergien oder falsches Futter
Sehr viele wiederkehrende Ohrenentzündungen haben eine „eigentliche Ursache“: eine Allergie (z. B. Futtermittel oder Umwelt). Dann ist die Entzündung nur das Symptom – und man muss herausfinden, worauf der Hund reagiert. Eine Futterumstellung ist dann manchmal gleichzeitig Ursache und Lösung.

5) Ohrmilben (besonders bei Welpen)
Ohrmilben sind vor allem bei jungen Hunden häufig. Sie verursachen Juckreiz, Schmerzen und entzündliche Reaktionen. Hier helfen spezielle Salben oder Tropfen, die Milben abtöten – das sollte der Tierarzt behandeln.

Wie wird eine Ohrenentzündung behandelt?

Meist braucht es Medikamente – denn wenn es schon entzündet ist, reicht „ein bisschen sauber machen“ nicht mehr.

Je nach Ursache verschreibt der Tierarzt zum Beispiel:

  • entzündungshemmende Mittel
  • Ohrentropfen gegen Bakterien oder Hefepilze
  • bei bakterieller Infektion ggf. Antibiotika
  • bei Milben spezielle antiparasitäre Mittel

Zusätzlich können Ohrreiniger sinnvoll sein – auch zur Vorbeugung, wenn die akute Entzündung abgeheilt ist. Gerade bei Labradoren, die gern schwimmen, ist das oft ein echter Gamechanger.

Vorbeugung: So schützen Sie die Labrador-Ohren

Eine gute Routine ist hier Gold wert – aber bitte sanft und ohne Übertreibung.

Das hilft wirklich:

  • Ohren regelmäßig ansehen (Geruch, Rötung, Ausfluss?)
  • nach dem Schwimmen die Ohrmuschel trocken wischen
  • Fremdkörper (z. B. Grannen) sofort entfernen
  • äußere Ohrmuschel mit einem trockenen Tuch abreiben

Wichtig:
Bitte keine Wattestäbchen tief in den Gehörgang stecken.

Das kann:

  • den Schmutz tiefer hineinschieben
  • die Haut verletzen
  • im schlimmsten Fall das Trommelfell beschädigen

Sicherer ist ein weiches Tuch (z. B. ein gedrehtes Küchentuch) für den äußeren Bereich.

Regelmäßige Ohrenkontrolle und sanfte Reinigung sind wichtig zur Vorbeugung.

Krankheiten beim Labrador: Hautprobleme und Allergien

Viele Labradore leiden unter Futtermittelallergien oder Umweltallergien. Diese äußern sich häufig über die Haut.

Mögliche Anzeichen:

  • Juckreiz
  • Rötungen
  • Haarausfall
  • Wiederkehrende Entzündungen

Eine gezielte Diagnostik und passende Diät können die Beschwerden deutlich lindern.

Krankheiten beim Labrador: Magendrehung (Torsio ventriculi)

Große, tiefbrüstige Hunde wie der Labrador haben ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung. Dabei dreht sich der Magen um die eigene Achse – ein lebensbedrohlicher Notfall.

Warnsignale:

  • Stark aufgeblähter Bauch
  • Unruhe, Hecheln
  • Würgen ohne Erbrechen
  • Schwäche

Sofortige tierärztliche Behandlung ist lebensrettend.

Krankheiten beim Labrador: Epilepsie

Beim Labrador kann auch eine erbliche Form der Epilepsie auftreten. Die Anfälle beginnen oft im jungen Erwachsenenalter.

Mit medikamentöser Therapie lassen sich viele Hunde gut einstellen und führen ein weitgehend normales Leben.

Krebs­erkrankungen

Im höheren Alter treten bei Labradoren vermehrt Tumorerkrankungen auf, zum Beispiel Lymphome oder Mastzelltumoren. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen erhöhen die Chance, Veränderungen frühzeitig zu entdecken.

Übergewicht – ein stiller Risikofaktor für viele Krankheiten

Übergewicht gehört zu den häufigsten Gesundheitsproblemen beim Labrador. Diese Rasse ist bekannt für ihren großen Appetit und ihre Vorliebe für Futter. Viele Labradore betteln geschickt – und bekommen oft mehr, als ihnen guttut.

Ein paar Kilo zu viel wirken zunächst harmlos, belasten aber dauerhaft Gelenke, Herz und Stoffwechsel. Gerade bei Hunden mit Gelenkproblemen verschlechtert Übergewicht den Verlauf erheblich.

Mögliche Folgen von Übergewicht sind:

  • verstärkte Gelenkprobleme und Arthrose
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • geringere Belastbarkeit
  • verkürzte Lebenserwartung

Eine ausgewogene Ernährung, kontrollierte Portionen und regelmäßige Bewegung sind die beste Vorsorge. Ein gesunder, schlanker Labrador bleibt länger beweglich und fühlt sich insgesamt deutlich wohler.

Tipp:
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, kontrollierte Portionen und ausreichend Bewegung. Leckerlis sollten nur sparsam gegeben werden.

Krankheiten beim Labrador – wann ist ein Tierarztbesuch notwendig?

Wann sollte ich mit meinem Labrador zum Tierarzt gehen?
Diese Frage stellen sich viele Hundehalter – und das völlig zu Recht. Denn je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser sind in der Regel die Heilungschancen.

Wenn sich das Verhalten Ihres Labradors verändert, ist das oft eines der ersten Warnzeichen. Hunde können Schmerzen und Unwohlsein nicht direkt zeigen. Stattdessen reagieren sie mit kleinen, manchmal kaum auffälligen Veränderungen im Alltag.

Als verantwortungsvoller Halter sollten Sie lernen, Ihren Hund genau zu beobachten. Wer seinen Labrador gut kennt, merkt meist schnell, wenn „etwas nicht stimmt“.

Veränderungen im Verhalten – ein wichtiges Warnsignal

Viele Krankheiten äußern sich zunächst über das Verhalten. Typische Veränderungen können sein:

  • ungewöhnliche Müdigkeit bis hin zu Apathie
  • Rückzug und fehlendes Interesse an der Umgebung
  • auffällige Unruhe, Nervosität oder rastloses Verhalten
  • plötzlicher Bewegungsdrang ohne erkennbaren Grund

Auch stereotype Bewegungen wie ständiges Kreisen, intensives Kratzen oder häufiges Lecken können Hinweise auf Schmerzen, Hautprobleme oder Parasiten sein.

Besonders wichtig:
Plötzliche Aggressivität ist oft kein Erziehungsproblem, sondern kann durch Schmerzen oder Krankheit ausgelöst werden.

Veränderungen bei Fressen und Trinken

Ein sehr häufiger Hinweis auf gesundheitliche Probleme ist das veränderte Fress- und Trinkverhalten.

Jeder Hundebesitzer sollte ungefähr wissen:

  • wie viel sein Labrador täglich frisst
  • wie viel er trinkt
  • wie groß sein normaler Appetit ist

Achten Sie besonders auf folgende Anzeichen:

  • Futterverweigerung über mehrere Stunden oder Tage
  • deutlicher Gewichtsverlust
  • übermäßiger Appetit bei gleichzeitigem Abnehmen
  • stark vermehrtes Trinken

Wenn Ihr Labrador nicht mehr frisst und sichtbar an Gewicht verliert, sollte er unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden.

Frisst Ihr Hund ungewöhnlich viel und nimmt trotzdem ab, kann dies ein Hinweis auf einen Wurmbefall oder Stoffwechselstörungen sein.

Starker Durst kann unter anderem auf:

  • Gebärmutterentzündung (bei Hündinnen)
  • Nierenerkrankungen
  • hormonelle Störungen

hinweisen. In diesen Fällen ist ein schneller Tierarztbesuch besonders wichtig.

Äußere Anzeichen einer Erkrankung

Mit etwas Erfahrung lassen sich viele Krankheitsanzeichen bereits auf den ersten Blick erkennen.

Typische äußere Warnsignale sind:

  • stumpfes, glanzloses oder struppiges Fell
  • kahle Stellen oder vermehrter Haarausfall
  • Hautveränderungen wie Krusten, Schuppen, nässende Stellen oder Wunden
  • trübe, verklebte oder verkrustete Augen
  • Ausfluss aus Augen oder Nase
  • auffallend trockene oder sehr heiße Nase
  • Lahmheit oder eingeschränkte Beweglichkeit
  • steifer Gang oder Schonhaltung

Treten eines oder mehrere dieser Symptome auf, sollte Ihr Labrador tierärztlich untersucht werden. Auch wenn die Beschwerden zunächst harmlos erscheinen – viele Erkrankungen entwickeln sich schleichend.

Regelmäßige Vorsorge – der beste Schutz

Neben akuten Erkrankungen sind die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig.

Mindestens einmal im Jahr sollte Ihr Labrador zur allgemeinen Kontrolle beim Tierarzt vorgestellt werden. Diese Termine werden oft mit:

  • Impfungen
  • Entwurmungen
  • Parasitenprophylaxe

kombiniert.

Bei diesen Besuchen erfolgt meist auch eine kurze allgemeine Untersuchung: Herz, Lunge, Zähne, Haut, Gewicht und Bewegungsapparat werden überprüft. So können viele Probleme frühzeitig erkannt werden, noch bevor sie ernsthafte Beschwerden verursachen.

Wie beim Menschen gilt auch beim Hund:

Vorbeugung ist einfacher, günstiger und oft erfolgreicher als Behandlung.

Die Labrador-Hausapotheke – gut vorbereitet für den Notfall

Für kleinere Verletzungen oder akute Situationen ist es sinnvoll, eine kleine Hausapotheke für Ihren Labrador bereitzuhalten.

Dazu gehören unter anderem:

  • Verbandmaterial und Mullbinden
  • Desinfektionsmittel für Tiere
  • Zeckenzange oder Zeckenhaken
  • Fieberthermometer
  • Einmalhandschuhe
  • sterile Kompressen
  • Pfotenschutz oder Verbandschuhe

Diese Grundausstattung ersetzt keinen Tierarzt, kann aber in Notfällen sehr hilfreich sein, bis professionelle Hilfe erreichbar ist.

Ihr Labrador kann Ihnen nicht sagen, wenn er Schmerzen hat oder sich krank fühlt. Umso wichtiger ist es, auf kleine Veränderungen im Verhalten, im Fressverhalten und im äußeren Erscheinungsbild zu achten.

Wer seinen Hund aufmerksam beobachtet, regelmäßig zur Vorsorge geht und bei Unsicherheit lieber einmal zu früh als zu spät den Tierarzt aufsucht, schützt die Gesundheit seines Labradors nachhaltig.

Denn ein gesunder Hund bedeutet nicht nur weniger Sorgen – sondern vor allem ein langes, glückliches Leben an Ihrer Seite.

Vorsorge: So bleibt Ihr Labrador gesund

Die beste Medizin ist eine gute Prävention:

  • Kauf bei verantwortungsvollen Züchtern mit Gesundheitsnachweisen
  • Regelmäßige Tierarztkontrollen
  • Ausgewogene Ernährung
  • Gewichtskontrolle
  • Angepasste Bewegung
  • Pflege von Ohren, Zähnen und Fell

Welche Krankheiten sind für Labradore gefährlich?

Grundsätzlich gilt: Jede Krankheit kann gefährlich werden, wenn sie nicht behandelt wird. Oft fängt alles harmlos an – ein bisschen Mattigkeit, ein bisschen Bauchgrummeln, vielleicht kratzt sich der Hund mehr als sonst. Und genau darin liegt das Problem: Wenn man zu lange wartet, können aus kleinen Beschwerden schnell ernsthafte Gesundheitsprobleme werden.

Ein gutes Beispiel sind Parasiten. Würmer, Flöhe oder Zecken lassen sich in vielen Fällen schnell in den Griff bekommen. Wird ein Befall jedoch ignoriert, kann er sich rasch ausbreiten. Im schlimmsten Fall wird der Hund immer schwächer, bekommt Blutarmut, starke Entzündungen oder zusätzliche Infektionen – und ja, bei schweren Verläufen kann das lebensbedrohlich werden.

Was kann für Ihren Labrador besonders riskant sein?

Folgende Krankheiten und Umstände können für Labradore besonders gefährlich werden – vor allem dann, wenn sie spät erkannt oder gar nicht behandelt werden:

  • rassetypische und erbliche Erkrankungen (z. B. HD/ED, Augenkrankheiten, bestimmte Myopathien)
  • Tumorerkrankungen und Krebs
  • nicht artgerechte Haltung (zu wenig Bewegung, zu wenig Beschäftigung, zu viel Stress)
  • minderwertiges oder ungeeignetes Futter
  • Übergewicht (ein echter „Krankheitsverstärker“ für Gelenke, Herz, Stoffwechsel)
  • Allergien und chronische Hautprobleme
  • zu wenig Bewegung, Training und Alltagaktivität
  • Infektionskrankheiten (besonders bei ungeimpften Hunden)
  • Alterskrankheiten (z. B. Arthrose, Herzprobleme, Tumoren, Zahnprobleme)

Welche Krankheiten treten bei Retriever-Welpen häufig auf?

Welpen wirken oft „unverwundbar“, sind aber gerade in den ersten Monaten empfindlich. Häufige Probleme sind:

  • Parasiten (Würmer, Giardien) – besonders bei Durchfall
  • Infekte (Atemwege, Magen-Darm)
  • Futtermittelunverträglichkeiten (Bauchweh, weicher Kot)
  • Wachstumsprobleme durch falsche Fütterung (zu energiereich, falsches Calcium-Phosphor-Verhältnis)
  • Überlastung der Gelenke durch Treppen, Sprünge oder zu wildes Spielen

Wenn ein Welpe sehr matt ist, nicht frisst, erbricht, starken Durchfall hat oder plötzlich „anders“ wirkt: lieber einmal zu früh zum Tierarzt als zu spät.

Chronische Krankheiten beim Labrador – warum Beobachtung so wichtig ist

Viele chronische Erkrankungen entwickeln sich schleichend. Der Labrador „funktioniert“ oft lange weiter – und zeigt erst spät deutliche Symptome. Deshalb ist es so wichtig, den Hund regelmäßig zu beobachten:

  • Wirkt er schnell müde?
  • Atmet er schwerer?
  • Frisst er anders?
  • Trinkt er mehr?
  • Kratzt er sich ständig?
  • Läuft er steifer als früher?

Wenn Sie merken, dass Ihr Labrador sich „komisch“ verhält oder Sie typische Krankheitszeichen sehen: zögern Sie nicht. Im Zweifel rufen Sie wenigstens in der Praxis an und fragen nach, wie dringend es ist.

Kleine Beschwerden kann man nur dann kurz zu Hause beobachten, wenn Ihr Hund insgesamt fit wirkt und Sie das Problem kennen (z. B. gelegentlich leichter Durchfall). Sobald es schlimmer wird: sofort handeln.

Denn: Je früher die Behandlung beginnt, desto leichter lassen sich Krankheiten oft in den Griff bekommen.

Krankheiten beim Labrador: So senken Sie das Risiko

Man kann nicht alles verhindern – aber man kann sehr viel richtig machen. Hier sind die wichtigsten Punkte, die langfristig einen riesigen Unterschied machen:

1) Welpen nur von verantwortungsvollen Züchtern

Kaufen Sie Ihren Labrador nur bei seriösen Züchtern mit Gesundheitsnachweisen.
Und ganz wichtig: Seien Sie vorsichtig bei „exotischen Farben“. Diese sind nicht nur teuer, sondern können – je nach genetischem Hintergrund – ein erhöhtes Risiko für bestimmte Probleme mit sich bringen.

2) Ausreichend Bewegung + geistige Auslastung

Labradore brauchen beides: körperliche Aktivität und Beschäftigung für den Kopf.
Ein Hund, der nur „rumliegt“, wird nicht automatisch entspannt – oft wird er eher unzufrieden, nimmt zu oder entwickelt Verhaltensprobleme.

3) Erziehung schützt vor Gefahren

Gute Grundsignale (Rückruf, „Aus“, „Bleib“) sind nicht nur praktisch, sie können Leben retten – z. B. bei Straßenverkehr, Giftködern oder Konflikten mit anderen Hunden.

4) Gesunde Ernährung und Gewichtskontrolle

Achten Sie auf hochwertiges Futter und passende Portionen.
Leckerlis bitte bewusst und sparsam.
Kein „Mitessen“ vom Tisch – viele Reste sind für Hunde ungeeignet und fördern Übergewicht.

5) Frisches Wasser – immer verfügbar

Klingt banal, ist aber wichtig: Wasser sollte rund um die Uhr bereitstehen.

6) Impfungen und Vorsorge

Impfungen können gefährliche Krankheiten verhindern.
Lassen Sie die Grundimmunisierung machen und halten Sie die Auffrischungen ein. Welche Impfungen im Einzelfall sinnvoll sind, besprechen Sie am besten mit Ihrem Tierarzt – angepasst an Lebensstil und Risiko (Stadt/Land, Reisen, Hundekontakte usw.).

7) Parasitenkontrolle (Würmer, Flöhe, Zecken)

Regelmäßiger Schutz ist sinnvoll – und ein Blick ins Fell nach jedem Spaziergang sowieso.
Wenn Sie nur „nach Bedarf“ entwurmen möchten, geben Sie vierteljährlich eine Kotprobe beim Tierarzt ab.

8) Zahnpflege nicht vergessen

Zähne sind bei vielen Hunden ein unterschätztes Thema. Zahnstein und Entzündungen können Folgeschäden verursachen.
Zähne putzen (wenn möglich) oder gute Kauartikel/Zahnspielzeuge helfen enorm.

9) Pflege von Kopf bis Pfote

Wenn Sie Ihren Labrador regelmäßig bürsten, Ohren kontrollieren und Pfoten checken, entdecken Sie Hautprobleme, Zecken, kleine Wunden oder Entzündungen viel schneller.

10) Auch Zubehör sauber halten

Transportboxen, Decken, Näpfe, Spielzeug – all das sollte regelmäßig gereinigt werden. Gerade Boxen werden oft vergessen.

11) Psychisches Wohlbefinden zählt mit

Labradore sind Familienhunde. Isoliert im Zwinger zu leben, macht viele Hunde auf Dauer unglücklich und kann Stress und Krankheit begünstigen.

12) Bei Krankheitszeichen: lieber früher zum Tierarzt

Wenn Sie Symptome sehen: nicht warten.
Je früher, desto besser – für Heilung, Kosten und vor allem für Ihren Hund.

Darmerkrankungen beim Labrador – wenn der Magen-Darm-Trakt Probleme macht

Labradore gelten als robuste Hunde, doch gerade der Magen-Darm-Trakt reagiert bei dieser Rasse oft empfindlich. Durch ihre große Fresslust, Neugier und manchmal auch mangelnde Vorsicht nehmen Labradore nicht selten Dinge auf, die ihr Verdauungssystem überfordern.

Gelegentliche Magen-Darm-Beschwerden sind daher keine Seltenheit. Wichtig ist jedoch, rechtzeitig zu erkennen, wann es sich um eine harmlose Störung handelt – und wann um eine ernsthafte Erkrankung.

Durchfall beim Labrador – was tun?

Durchfall ist eines der häufigsten Symptome bei Labradore und kann viele Ursachen haben. In den meisten Fällen ist er zunächst kein Grund zur Panik.

Oft hat der Hund einfach etwas gefressen, das er nicht verträgt. Dazu gehören:

  • verdorbene Lebensmittel
  • ungeeignete Snacks
  • plötzlicher Futterwechsel
  • Abfälle vom Spaziergang
  • zu fettreiches Futter

Auch Stress, Aufregung oder Veränderungen im Alltag (Reisen, Tierarztbesuch, neue Umgebung) können bei empfindlichen Hunden Durchfall auslösen.

Wann ist Durchfall harmlos?

In vielen Fällen handelt es sich um eine vorübergehende Reizung des Darms. Der Hund wirkt ansonsten fit, hat Appetit und trinkt normal.

Hier kann man zunächst zu Hause unterstützen:

  • leichte Schonkost für 24–48 Stunden
  • kleine Portionen
  • viel Ruhe
  • ausreichend Flüssigkeit

Bewährt haben sich:

  • gekochter Reis
  • gekochtes Hühnerfleisch (ohne Knochen, ohne Gewürze)
  • gekochte Karotten
  • fettarmer Hüttenkäse

In dieser Zeit sollte dem Labrador ständig frisches Wasser zur Verfügung stehen. Denn Durchfall führt schnell zu Flüssigkeitsverlust.

Trinkt der Hund schlecht, können Sie ihm anbieten:

  • lauwarmen, ungesalzenen oder leicht gesalzenen Hühnerbrühe

Krankheiten beim Labrador: Wann wird Durchfall gefährlich?

Normalerweise sollte sich der Durchfall innerhalb von ein bis zwei Tagen deutlich bessern.

Unbedingt zum Tierarzt, wenn:

  • der Durchfall länger als 48 Stunden anhält
  • Blut im Kot sichtbar ist
  • der Kot sehr übel riecht
  • Fieber dazukommt
  • zusätzlich Erbrechen auftritt
  • der Hund apathisch oder sehr schwach wirkt

Besonders gefährdet sind Welpen. Sie trocknen viel schneller aus als erwachsene Hunde und verlieren rasch an Kraft. Bei jungen Hunden sollte man daher nicht zögern und lieber frühzeitig den Tierarzt aufsuchen.

Erbrechen beim Labrador – wann harmlos, wann gefährlich?

Gelegentliches Erbrechen kommt auch bei gesunden Hunden vor und ist meist harmlos.

Oft erbrechen Hunde:

  • wenn sie zu schnell gefressen haben
  • wenn sie zu viel gefressen haben
  • bei Futterunverträglichkeit
  • nach Stress oder Aufregung
  • nach dem Fressen von Gras

Dabei wird häufig gelbliche Flüssigkeit (Galle) mit etwas Futter ausgeschieden.

In solchen Fällen sollte sich das Erbrechen innerhalb von ein bis zwei Tagen von selbst legen.

Krankheiten beim Labrador: Was hilft bei leichtem Erbrechen?

  • kleine Futterportionen
  • leicht verdauliche Kost
  • viel Ruhe
  • ausreichend Wasser

Wie beim Durchfall gilt: Der Hund muss trinken, um nicht auszutrocknen.

Wann ist Erbrechen ein Alarmsignal?

Sofort zum Tierarzt, wenn:

  • das Erbrechen länger anhält
  • Blut im Erbrochenen ist
  • zusätzlich Durchfall oder Fieber auftreten
  • Atemprobleme hinzukommen
  • der Hund sehr schwach wirkt
  • der Bauch stark schmerzt oder hart ist

Erbrechen kann auch auf schwere Erkrankungen hinweisen, zum Beispiel:

  • Vergiftungen
  • bakterielle oder virale Infektionen
  • Parasitenbefall
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Darmverschluss
  • Magendrehung (Notfall!)

Ein weiterer gefährlicher Grund:
Der Labrador hat möglicherweise ein Fremdkörper verschluckt – Spielzeugteile, Knochen, Steine oder Stoff. In solchen Fällen versucht der Körper, den Fremdkörper durch Erbrechen loszuwerden. Häufig ist dann eine schnelle tierärztliche Entfernung notwendig.

Vergiftungen beim Labrador – eine unterschätzte Gefahr

Wenn man an Vergiftungen denkt, denkt man meist an Giftköder und akute Notfälle. Doch Vergiftungen können auch schleichend und unbemerkt entstehen – über Wochen, Monate oder sogar Jahre.

Ein häufiger Grund ist falsche Ernährung oder das Füttern ungeeigneter Lebensmittel.

Aber auch im eigenen Haushalt lauern viele Gefahren:

  • Medikamente
  • Reinigungsmittel
  • Müll
  • Pflanzenschutzmittel
  • Dünger
  • Rattengift
  • Frostschutzmittel
  • Chemikalien
  • giftige Pflanzen

Und natürlich die leider immer wieder auftretenden Giftköder im Freien.

Besonders tückisch:
Manche Gifte – vor allem Rattengifte – wirken zeitverzögert. Der Hund zeigt erst Tage später Symptome, obwohl das Gift längst aufgenommen wurde.

Wie erkennt man eine Vergiftung?

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein – je nach Art des Giftes und aufgenommener Menge.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Atemnot
  • starkes Erbrechen
  • Muskelkrämpfe oder Bauchkrämpfe
  • Blut im Erbrochenen oder Urin
  • Zittern
  • Unterkühlung
  • beschleunigter Puls
  • blasse oder weiße Schleimhäute (Achtung: Kreislaufkollaps!)
  • röchelnde oder schwere Atmung
  • vermehrter Speichelfluss
  • Bewusstseinsstörungen
  • Zusammenbruch

Was tun bei Verdacht auf Vergiftung?

Hier zählt jede Minute.

Sofortmaßnahmen:

  • Ruhe bewahren
  • den Hund warm halten
  • sofort in die nächste Tierklinik fahren
  • keinen Maulkorb anlegen (Erstickungsgefahr bei Erbrechen)
  • niemals selbst Erbrechen auslösen
  • keine Hausmittel ausprobieren

Wenn möglich:

  • Giftprobe mitnehmen (mit Handschuhen)
  • Kot, Urin oder Erbrochenes sichern
  • Verpackungen oder Reste fotografieren oder mitnehmen

Als Erste-Hilfe-Maßnahme kann in manchen Fällen Aktivkohle helfen. Dafür sollte man jedoch:

  • Aktivkohle zu Hause haben
  • die richtige Dosierung kennen
  • dies vorher mit dem Tierarzt besprochen haben

Vergiftungen vorbeugen – Schutz im Alltag

Eine der wichtigsten Lebensversicherungen für Ihren Labrador ist eine gut trainierte Abbruch- oder Verbotskommandos, zum Beispiel:

Ihr Hund sollte lernen, alles sofort fallen zu lassen, was er im Maul hat. Dieses Training sollte so früh wie möglich beginnen.

Doch Vorsicht:
Manche Labradore sind extrem schnell und schlucken „gefährliche Leckerbissen“ sofort herunter. Bei besonders gefährdeten Hunden kann in bestimmten Situationen sogar ein gut sitzender Maulkorb sinnvoll sein – vor allem in Gegenden mit bekannter Giftködergefahr.

Zusätzlich gilt:

  • Müll gut sichern
  • Putzmittel kindersicher aufbewahren
  • Medikamente niemals offen liegen lassen
  • Gartenpflanzen auf Giftigkeit prüfen
  • beim Spaziergang aufmerksam bleiben

Magen-Darm-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Problemen beim Labrador. Viele davon sind harmlos – einige jedoch lebensbedrohlich.

Wer seinen Hund aufmerksam beobachtet, bei Warnzeichen schnell handelt und Gefahren im Alltag reduziert, kann viele schwere Erkrankungen verhindern.

Denn beim Labrador gilt ganz besonders:
Neugier und Fresslust sind wunderbar – aber manchmal leider auch gefährlich.

Labrador: Fieber und hohe Temperatur

Viele Halter sind verunsichert, wenn sie „39 Grad“ sehen – und das ist verständlich. Bei Hunden gelten andere Werte als beim Menschen.

Welpen haben oft eine etwas höhere Normaltemperatur: etwa bis 39,5 °C.
Erwachsene Labradore liegen meist zwischen 37,5 und 39,0 °C.

Die „Normaltemperatur“ ist die Temperatur, die Ihr Hund in Ruhe, ohne Stress, bei guter Gesundheit hat. Deshalb ist es sinnvoll, die Temperatur ab und zu zu messen, wenn der Hund gesund ist, und den Wert zu notieren – zum Beispiel für die Hausapotheke.

Ab wann ist es Fieber?

  • 39–40 °C: leicht erhöhte Temperatur (kann nach Aufregung oder Belastung auftreten)
  • ab 40 °C: Fieber – jetzt ist es nicht mehr „nur warm“
  • ab 41 °C: hohes Fieber – der Hund fühlt sich meist deutlich schlecht
  • nahe 42 °C: akute Lebensgefahr

Bei extrem hohen Temperaturen beginnen körpereigene Eiweiße zu verklumpen – und dieser Prozess ist nicht umkehrbar. Ohne schnelle Hilfe kann der Hund sterben.

Darum gilt: Bei über 40 °C: immer Tierarzt kontaktieren.

Und auch wenn Fieber grundsätzlich eine Abwehrreaktion des Körpers ist: Wenn es lange anhält oder sehr hoch ist, braucht der Hund medizinische Unterstützung.

Woran merkt man Fieber, wenn man kein Thermometer hat?

Natürlich ist ein Thermometer am sichersten. Aber es gibt Hinweise, die Sie ernst nehmen sollten:

  • auffallend warme Ohren
  • der Hund trinkt deutlich mehr als sonst (oder trinkt plötzlich zu wenig!)
  • der Körper fühlt sich heiß an
  • starke Müdigkeit, Schlappheit, Teilnahmslosigkeit
  • der Hund hechelt schwer oder wirkt „überhitzt“

Achtung:
Fieber + starkes Hecheln + wenig Trinken/Fressen ist eine gefährliche Kombination. Hier droht Dehydrierung. Bitte unbedingt tierärztlich abklären.

Temperatur messen: So geht’s sicher und einfach

Die Temperatur wird beim Hund rektal gemessen – das geht schnell und ist zuverlässig.

So klappt es am besten:

  1. Bitten Sie, wenn möglich, eine zweite Person um Hilfe (Hund festhalten).
  2. Wenn der Hund schnappt oder sehr unruhig ist: Maulschlaufe oder Maulkorb nutzen.
  3. Verwenden Sie idealerweise ein digitales Thermometer mit flexiblem Ende.
  4. Thermometer leicht einfetten (z. B. Vaseline).
  5. Rute leicht anheben, Thermometer vorsichtig einführen.
  6. Warten, bis das Signal kommt, Wert ablesen.
  7. Thermometer danach reinigen und desinfizieren.

Tipp: Wenn Sie Ihren Hund ruhig loben und danach etwas Positives passiert (Leckerli, Streicheln), wird es von Mal zu Mal leichter.

Gewohnheiten, die helfen, Krankheiten beim Labrador vorzubeugen

Viele Krankheiten lassen sich nicht vollständig verhindern – doch mit den richtigen Alltagsgewohnheiten können Sie das Risiko deutlich senken. Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die langfristig einen großen Unterschied machen.

Ein gesunder Labrador ist kein Zufall, sondern das Ergebnis guter Pflege, Aufmerksamkeit und verantwortungsvoller Haltung.

Richtig füttern – die Basis der Gesundheit

Eine ausgewogene, hochwertige Ernährung ist einer der wichtigsten Faktoren für die Gesundheit Ihres Labradors.

  • füttern Sie alters- und bedarfsgerecht
  • vermeiden Sie minderwertiges Futter mit vielen Füllstoffen
  • achten Sie auf das Körpergewicht
  • geben Sie Leckerlis bewusst und sparsam

Übergewicht belastet Gelenke, Herz, Stoffwechsel und fördert viele Krankheiten. Ein schlanker Labrador lebt meist länger und bleibt bis ins hohe Alter beweglich.

Frisches Wasser – jederzeit verfügbar

Ihr Labrador sollte rund um die Uhr Zugang zu sauberem, frischem Trinkwasser haben. Besonders bei Hitze, nach Bewegung oder bei Krankheit ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr lebenswichtig.

Bewegung und Beschäftigung – körperlich und geistig

Labradore sind aktive Hunde. Sie brauchen:

  • tägliche Spaziergänge
  • freies Laufen
  • Spiel und Training
  • geistige Auslastung

Ein Hund, der sich ausreichend bewegt und beschäftigt ist, bleibt nicht nur fitter, sondern auch ausgeglichener – und entwickelt deutlich seltener Verhaltensprobleme.

Regelmäßige Gesundheitskontrolle zu Hause

Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit, Ihren Hund gründlich anzusehen:

  • Fell und Haut prüfen
  • Augen kontrollieren
  • Ohren ansehen und riechen
  • Zähne begutachten
  • Pfoten untersuchen

So entdecken Sie Veränderungen frühzeitig – oft noch bevor Ihr Labrador deutliche Beschwerden zeigt.

Fellpflege als Gesundheitsvorsorge

Regelmäßiges Bürsten hilft nicht nur gegen lose Haare, sondern ist auch eine hervorragende Gelegenheit, den Hund gründlich zu kontrollieren.

Dabei können Sie:

  • Zecken entdecken
  • Hautveränderungen erkennen
  • Knoten oder Schwellungen ertasten
  • Parasiten früh bemerken

Sauberkeit im Alltag

Viele Infektionen entstehen dort, wo es feucht und schmutzig ist.

Deshalb wichtig:

  • Näpfe täglich reinigen
  • Decken und Körbchen regelmäßig waschen
  • Spielzeug sauber halten
  • Schlafplatz trocken und hygienisch halten

Gerade Näpfe und Futterreste sind ideale Brutstätten für Keime.

Impfungen und Entwurmung nicht vergessen

Regelmäßige Impfungen schützen vor gefährlichen Infektionskrankheiten.
Auch Entwurmung und Parasitenprophylaxe gehören zur Basisvorsorge.

Am besten erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Tierarzt einen individuellen Vorsorgeplan – angepasst an:

  • Alter
  • Lebensumstände
  • Wohnort
  • Kontakt zu anderen Hunden

Glückliche Hunde sind gesündere Hunde

Psychisches Wohlbefinden ist genauso wichtig wie körperliche Gesundheit.

Ein glücklicher Labrador:

  • lebt in engem Kontakt mit seiner Familie
  • bekommt Aufmerksamkeit und Zuwendung
  • darf spielen, lernen und entdecken
  • wird nicht isoliert gehalten

Stress, Langeweile und Einsamkeit schwächen langfristig das Immunsystem.

Was gehört in die Hausapotheke für Labradore?

Eine gut ausgestattete Hausapotheke ist äußerst sinnvoll – besonders dann, wenn der nächste Tierarzt nicht direkt um die Ecke wohnt oder es nachts und am Wochenende zu einem Notfall kommt.

Sie ersetzt keinen Tierarzt, kann aber im Ernstfall wertvolle Zeit überbrücken

Unverzichtbare Grundausstattung

Verbandsmaterial und Wundversorgung

  • Mullbinden und selbsthaftende Verbände
  • sterile Kompressen
  • wasserfeste Pflaster
  • Desinfektionsspray oder Desinfektionslösung
  • wundheilende Salben (z. B. Jodsalbe, Bepanthen – nach Rücksprache mit dem Tierarzt)

Das Verbandmaterial sollte stabil und möglichst wasserfest sein – besonders bei Verletzungen an den Pfoten.

Thermometer – ein Muss in jeder Hausapotheke

Ein eigenes Thermometer nur für den Hund ist sehr wichtig.
Fieber ist oft eines der ersten Anzeichen einer Infektion.

Notieren Sie die normale Körpertemperatur Ihres Labradors, wenn er gesund ist – so erkennen Sie Abweichungen schneller.

Zeckenzange und Parasitenwerkzeug

  • Zeckenzange oder Zeckenhaken
  • feine Pinzette

Damit können Sie Zecken schnell und sicher entfernen.

Weitere sinnvolle Hilfsmittel

  • Schere (für Fell oder Verbände)
  • Fettcreme oder Vaseline (z. B. zum Einfetten des Thermometers)
  • Einmalhüllen für Thermometer
  • Tablettenteiler oder Tablettenmörser
  • Einwegspritzen ohne Nadel (für Flüssigkeiten oder Medikamente)
  • Kühlpads (im Kühlschrank lagern)
  • Rettungsdecke
  • Wattepads
  • Maulkorb oder Maulschlaufe (für schmerzhafte Situationen)
  • Taschenlampe (für Maul, Ohren, Wunden)
  • Lupe
  • Händedesinfektionsmittel für den Halter
  • Einmalhandschuhe
  • Aktivkohle (nach vorheriger Rücksprache mit dem Tierarzt)
  • kompakter Injektor / Notfallpen, falls vom Tierarzt empfohlen
  • alle Medikamente, die Ihr Labrador regelmäßig benötigt

Und ganz wichtig:

Notfallnummer der Tierklinik oder des tierärztlichen Bereitschaftsdienstes immer griffbereit aufbewahren.

Erste-Hilfe-Kurs und Fachliteratur – sehr empfehlenswert

Ein Erste-Hilfe-Kurs für Hunde ist eine hervorragende Investition. Dort lernen Sie:

  • Wunden richtig versorgen
  • Blutungen stoppen
  • Vergiftungen erkennen
  • Notfälle einschätzen
  • ruhig und richtig handeln

Zusätzlich ist ein gutes Erste-Hilfe-Buch für Hunde sehr hilfreich – zum Nachschlagen in ruhigen Momenten wie auch im Ernstfall.

Finanzielle Vorsorge – ein oft unterschätzter Punkt

Tierarztkosten können sehr schnell hoch werden – besonders bei:

  • Operationen
  • Notfällen
  • chronischen Erkrankungen
  • aufwendiger Diagnostik

Eine Tierkrankenversicherung kann vor finanziellen Belastungen schützen. Je jünger der Hund beim Abschluss, desto günstiger sind meist die Beiträge.

Zusätzlich ist es sehr sinnvoll, regelmäßig etwas Geld für Tierarztkosten zurückzulegen. Viele Krankheiten treten erst im höheren Alter auf – bis dahin kann man sich einen soliden Notgroschen aufbauen.

Auf Krankheiten beim Labrador sollte man vorbereitet sein – auch wenn man hofft, sie nie zu brauchen.

Vielleicht bleibt Ihr Hund sein Leben lang gesund.
Vielleicht wird der Tierarzt ein regelmäßiger Begleiter.
Vielleicht kommt es zu einem Unfall oder zu einer chronischen Erkrankung.

Das lässt sich nie vorhersagen.

Doch eines ist sicher:
Mit guter Vorsorge, Aufmerksamkeit, Vorbereitung und Liebe können Sie Ihrem Labrador die besten Voraussetzungen für ein langes, gesundes und glückliches Leben schenken.

Häufige Fragen zu Krankheiten beim Labrador (FAQ)

Welche Krankheiten treten beim Labrador besonders häufig auf?

Zu den häufigsten Erkrankungen beim Labrador gehören Gelenkprobleme wie Hüft- und Ellenbogendysplasie, Übergewicht, Ohrenentzündungen, Augenkrankheiten sowie verschiedene Hautprobleme und Allergien. Auch hormonelle Erkrankungen wie Morbus Addison kommen bei dieser Rasse vergleichsweise häufig vor.

Woran erkenne ich, dass mein Labrador krank ist?

Viele Krankheiten zeigen sich zunächst durch Verhaltensänderungen. Ihr Labrador wirkt plötzlich müde, frisst schlechter, trinkt mehr oder zieht sich zurück. Auch Lahmheit, Erbrechen, Durchfall, Juckreiz, Fieber oder ungewöhnliche Aggressivität können Warnzeichen sein. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu früh als zu spät zum Tierarzt.

Sind Labradore generell anfälliger für Krankheiten?

Labradore gelten grundsätzlich als robuste Hunde. Dennoch gibt es einige rassetypische und erbliche Erkrankungen, für die diese Rasse anfälliger ist. Mit guter Zucht, richtiger Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßiger Vorsorge lassen sich viele Probleme jedoch vermeiden oder frühzeitig erkennen.

Wie oft sollte mein Labrador zum Tierarzt?

Mindestens einmal im Jahr sollte Ihr Labrador zur Vorsorgeuntersuchung. Dabei werden Impfungen, Entwurmung und ein allgemeiner Gesundheitscheck durchgeführt. Bei älteren Hunden oder bei chronischen Erkrankungen sind oft häufigere Kontrollen sinnvoll.

Wann ist Durchfall oder Erbrechen gefährlich?

Einmaliges Erbrechen oder kurzzeitiger Durchfall sind meist harmlos. Gefährlich wird es, wenn die Beschwerden länger als 24–48 Stunden anhalten, Blut enthalten, Fieber dazukommt oder der Hund sehr schwach wirkt. Bei Welpen sollte man besonders schnell handeln, da sie rasch austrocknen.

Wie kann ich Ohrentzündungen beim Labrador vorbeugen?

Regelmäßige Kontrolle der Ohren ist sehr wichtig. Nach dem Schwimmen sollten die Ohren gut getrocknet werden. Entfernen Sie frühzeitig Schmutz und Fremdkörper. Bei wiederkehrenden Entzündungen sollte immer auch an Allergien oder Futterunverträglichkeiten gedacht werden.

Sind exotische Fellfarben beim Labrador problematisch?

Silberne, charcoal- oder champagnefarbene Labradore tragen häufig ein sogenanntes Dilute-Gen. Dieses kann mit Haut- und Fellproblemen verbunden sein. Auch wenn nicht jeder Hund erkrankt, ist das Risiko erhöht. Verantwortungsvolle Züchter legen deshalb Wert auf den klassischen Rassestandard und gesunde Zuchtlinien.

Wie kann ich Krankheiten bei meinem Labrador vorbeugen?

Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Gewichtskontrolle, Impfungen, Parasitenprophylaxe, Zahnpflege und regelmäßige Gesundheitschecks sind die wichtigsten Maßnahmen. Ebenso wichtig sind Stressvermeidung, Beschäftigung und ein stabiles familiäres Umfeld.

Was gehört unbedingt in die Hausapotheke für meinen Labrador?

Zur Grundausstattung gehören Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Thermometer, Zeckenzange, Schere, Einwegspritzen ohne Nadel, Kühlpads, Maulkorb, Aktivkohle sowie die Notfallnummer der Tierklinik. Auch alle regelmäßig benötigten Medikamente sollten griffbereit sein.

Lohnt sich eine Krankenversicherung für Labradore?

Ja, eine Tierkrankenversicherung kann sehr sinnvoll sein. Tierarztkosten können schnell hoch werden, besonders bei Operationen oder chronischen Erkrankungen. Je jünger der Hund beim Abschluss ist, desto günstiger sind meist die Beiträge. Alternativ empfiehlt sich ein finanzieller Notgroschen für Notfälle.

Krankheiten beim Labrador: Fazit

Der Labrador Retriever ist eine lebensfrohe, aktive und grundsätzlich robuste Hunderasse. Doch wie jeder Hund kann auch der Labrador im Laufe seines Lebens mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen konfrontiert werden – von harmlosen Magen-Darm-Störungen bis hin zu erblichen oder chronischen Erkrankungen.

Viele Krankheiten lassen sich nicht vollständig verhindern, aber sehr viele lassen sich früh erkennen, gut behandeln oder durch richtige Vorsorge deutlich abmildern. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, regelmäßige tierärztliche Kontrollen, gute Pflege und aufmerksame Beobachtung sind die wichtigsten Bausteine für ein langes und gesundes Hundeleben.

Besonders wichtig ist es, Veränderungen im Verhalten ernst zu nehmen. Oft sind es kleine Signale, die darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt. Wer rechtzeitig reagiert und im Zweifel lieber einmal zu früh den Tierarzt aufsucht, erspart seinem Hund unnötiges Leid und sich selbst viele Sorgen.

Auch eine gute Vorbereitung zahlt sich aus: eine durchdachte Hausapotheke, grundlegende Erste-Hilfe-Kenntnisse und finanzielle Vorsorge geben Sicherheit für den Ernstfall.

Am Ende zählt vor allem eines: Ein gesunder Hund ist ein glücklicher Hund – und ein glücklicher Hund ist der beste Begleiter durchs Leben.
Wer sich informiert, vorsorgt und verantwortungsvoll handelt, schafft die besten Voraussetzungen, um Krankheiten beim Labrador frühzeitig zu erkennen, richtig zu behandeln und seinem Vierbeiner ein langes, aktives und erfülltes Leben zu ermöglichen.


Lad-unity

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