Warum frisst der Hund Kot und was kann man dagegen tun?

Fast jeder Hundehalter stellt sich irgendwann die Frage, warum der Hund Kot frisst. Fehlt ihm etwas? Ist er krank? Oder steckt dahinter schlechtes Verhalten?
Für Menschen wirkt dieses Verhalten äußerst befremdlich und unangenehm. Der Hund stiehlt Kot aus der Katzentoilette oder nimmt unterwegs scheinbare „Leckerbissen“ vom Boden auf. Danach riecht sein Maul unangenehm, und der Besitzer muss die Schnauze reinigen und die Zähne putzen. In diesem Artikel erklären wir, warum Hunde Kot fressen, welche Ursachen dahinterstecken können und wie man dem Hund diese Angewohnheit abgewöhnt.

Hund untersucht fremde Ausscheidungen beim Spaziergang
Der Hund frisst Kot draußen

Warum fressen Hunde Kot?

Das Verhalten, bei dem ein Hund Kot frisst, nennt man Koprophagie. Wissenschaftliche Untersuchungen, bei denen über 3000 Hunde beobachtet wurden, zeigen:
Etwa 85 % der Hunde zeigen dieses Verhalten gelegentlich, rund 17 % regelmäßig. Besonders häufig wird frischer, gut geformter Kot bevorzugt.

Die Ursachen liegen tief in der Evolution.

Instinktives Verhalten aus der Wildnis

In freier Wildbahn fressen Hunde und ihre Vorfahren seit jeher eigenen Kot oder den ihrer Welpen. Der Grund:
So werden Gerüche beseitigt, die Raubtiere oder stärkere Konkurrenten anlocken könnten. Dieses Verhalten erhöht die Überlebenschancen des Rudels.

In Zeiten von Nahrungsmangel konnte das Fressen von Kot außerdem lebensrettend sein, da er Restnährstoffe, Enzyme und Vitamine enthält.

Diese genetische Erinnerung ist bis heute erhalten – selbst bei kleinen Wohnungshunden.

Koprophagie in bestimmten Lebensphasen

Bei Welpen und Mutterhündinnen ist Koprophagie physiologisch normal.

In den ersten zwei Lebenswochen können Welpen ihren Kot noch nicht selbst absetzen. Die Mutter regt dies an und frisst den Kot anschließend, um das Nest sauber zu halten.
Auch in den ersten 3–4 Wochen nach der Geburt frisst die Hündin regelmäßig die Ausscheidungen ihrer Welpen.

Welpen lernen durch Nachahmung. Deshalb erscheint ihnen dieses Verhalten zunächst völlig normal. In den meisten Fällen verschwindet es mit dem Alter von selbst.

Bleibt das Verhalten jedoch bestehen oder tritt bei erwachsenen Hunden regelmäßig auf, sollten physische oder psychische Ursachen geprüft werden.

Zoopsychologen beobachten zudem:
In Mehrhundehaltungen kann das Fressen des Kots anderer Hunde ein Unterwerfungszeichen sein – ein Ausdruck sozialer Hierarchie.

Ein Hund frisst Kot  – typisches Beispiel für Koprophagie
👉 Lesen Sie den Artikel bis zum Ende, um zu erfahren, wie Sie Ihrem Hund das Aufnehmen von Kot beim Spaziergang abgewöhnen können

Physiologische Ursachen: Warum frisst der Hund Kot?

In vielen Fällen liegt Koprophagie nicht an schlechtem Verhalten, sondern an körperlichen Ursachen. Der Organismus des Hundes signalisiert damit, dass ihm etwas fehlt oder dass bestimmte Prozesse im Körper nicht optimal ablaufen.

Hunger und Nährstoffmangel

Ist der Hund hungrig oder erhält er nicht genügend Nährstoffe, kann er Kot als alternative Nahrungsquelle betrachten.
Selbst bei ausreichender Futtermenge kann eine unausgewogene Ernährung zu Vitamin- und Mineralstoffmängeln führen – insbesondere Vitamin-B-Mangel spielt hier eine Rolle.

Verdauungsstörungen

Erkrankungen des Darms, etwa das Malabsorptionssyndrom, führen dazu, dass Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden. Einige Rassen sind dafür genetisch anfällig.

Erkrankungen mit gesteigertem Appetit

Bestimmte Krankheiten erhöhen den Hunger, z. B.:

  • Schilddrüsenerkrankungen;
  • Diabetes mellitus;
  • Cushing-Syndrom.

Auch Medikamente wie Kortisonpräparate können den Appetit steigern.

Instinktives Ergänzen der Verdauung

Raubtiere fressen Kot von Pflanzenfressern, um fermentierte Pflanzenreste aufzunehmen. Hunde handeln dabei instinktiv und versuchen, ihre Verdauung zu unterstützen.

Parasitenbefall

Wurmbefall kann Heißhunger und das Fressen ungewöhnlicher Dinge auslösen – etwa Erde, Sand, Styropor oder Kot. Parasiten „rauben“ dem Körper wichtige Nährstoffe.

Psychologische Ursachen: Wenn der Hund Kot frisst
Stress und Angst

Wird ein Welpe für Kot in der Wohnung bestraft, versucht er manchmal, die „Beweise“ zu beseitigen – indem er sie frisst.

Stress entsteht auch durch:

  • langes Alleinsein;
  • Umzug;
  • neues Haustier;
  • familiäre Veränderungen.

Bestrafung verschlimmert das Problem oft und führt zu einem Teufelskreis aus Angst und Fehlverhalten.

Langeweile und Unterforderung

Ein Hund, der den ganzen Tag allein ist und keine ausreichende geistige und körperliche Beschäftigung bekommt, sucht sich selbst „Aufgaben“.

Aufmerksamkeit suchen

Manche Hunde fressen Kot, um Aufmerksamkeit zu erlangen – selbst negative Reaktionen sind für sie besser als Ignoriertwerden.

Territorialverhalten

Durch das Fressen fremder Ausscheidungen versucht der Hund, Geruchsmarkierungen anderer Tiere zu entfernen und sein Revier zu „reinigen“.

Vergangenheit auf der Straße oder im Tierheim

Hunde mit Hungererfahrungen haben oft ein tief verankertes Sicherheitsbedürfnis und fressen alles Essbare, sobald es verfügbar ist.

Koprophagie tritt außerdem häufiger auf:

  • bei Isolation;
  • bei zu enger Haltung mehrerer Hunde;
  • in kleinen Wohnungen mit wenig Rückzugsmöglichkeiten.

Was tun, wenn der Hund Kot frisst?

Kotfressen ist nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsgefährdend. Der Hund kann sich mit Parasiten, Bakterien oder Viren infizieren oder sogar Gift aufnehmen.

Schritt-für-Schritt-Empfehlungen

  • Ursachen sorgfältig analysieren;
  • Tierarzt aufsuchen und Gesundheit abklären;
  • Regelmäßige Wurmkur durchführen;
  • Ernährung überprüfen und hochwertiges Futter wählen;
  • Auf ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung achten;
  • Bei Bedarf Verdauungsenzyme ergänzen;
  • Zugang zu Kot konsequent verhindern;
  • Katzentoilette unzugänglich platzieren;
  • Hund draußen an der Leine führen;
  • Ablenkung durch Spielzeug beim Spaziergang;
  • Nicht schreien oder schlagen;
  • Grundkommandos trainieren, besonders „Nein“ oder „Aus“;
  • Für ausreichend Bewegung und geistige Auslastung sorgen.

Wenn alle Maßnahmen nicht helfen, empfiehlt sich die Arbeit mit einem Tierverhaltensberater oder Zoopsychologen.

FAQ – Häufige Fragen: Warum frisst der Hund Kot?

Warum frisst mein Hund seinen eigenen Kot?
Meist liegt das an instinktivem Verhalten, Stress, Langeweile oder einem Nährstoffmangel. Auch falsche Erziehung oder Angst können eine Rolle spielen.

Ist es gefährlich, wenn der Hund Kot frisst?
Ja. Der Hund kann sich mit Parasiten, Bakterien oder Viren infizieren und im schlimmsten Fall Giftstoffe aufnehmen.

Fressen Welpen häufiger Kot als erwachsene Hunde?
Ja. Bei Welpen ist Koprophagie oft Teil des Lernverhaltens und verschwindet mit dem Alter. Bleibt sie bestehen, sollte man handeln.

Kann falsches Futter Koprophagie auslösen?
Ja. Ein Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen oder Enzymen kann dazu führen, dass der Hund Kot als Nahrungsquelle betrachtet.

Soll man den Hund bestrafen, wenn er Kot frisst?
Nein. Strafen verschlimmern das Problem oft, da sie Stress und Angst verstärken. Besser sind Training, Ablenkung und Ursachenanalyse.

Hilft ein Maulkorb gegen Kotfressen?
Kurzfristig ja, langfristig löst er jedoch nicht die Ursache. Er sollte nur als Übergangslösung dienen.

Wann sollte man einen Tierarzt aufsuchen?
Wenn das Verhalten regelmäßig auftritt, plötzlich beginnt oder von Gewichtsverlust, Durchfall oder starkem Hunger begleitet wird.

Fazit

Wenn ein Hund Kot frisst, steckt fast immer ein konkreter Grund dahinter – körperlich oder seelisch.
Mit Geduld, Verständnis, konsequenter Erziehung und fachlicher Unterstützung lässt sich dieses Verhalten in den meisten Fällen erfolgreich korrigieren. Weitere nützliche Artikel zur Hundeerziehung finden Sie auf unserer Homepage.

Lad-unity

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