Labrador riecht nach Hund: Für viele Halter ist dieser typische Geruch zunächst nichts Ungewöhnliches. Doch wenn ein Labrador besonders stark oder dauerhaft unangenehm riecht, stellt sich schnell die Frage, ob dies noch normal ist oder bereits auf ein Problem hinweist.
Ein leichter Eigengeruch gehört zur Natur eines Hundes, ein intensiver Geruch hingegen deutet häufig auf Pflegefehler oder gesundheitliche Ursachen hin. In diesem Artikel erfahren Sie, warum ein Labrador riechen kann und was Sie konkret dagegen tun können.
Labrador riecht nach Hund: Häufige Ursachen für starken Geruch

Warum riecht ein Labrador nach Hund?
Der Labrador hat ein dichtes, wasserabweisendes Fell mit ausgeprägter Unterwolle. Dieses Fell speichert Feuchtigkeit, Hautfett und Schmutz besonders gut. Genau hier liegt die Hauptursache für den typischen Geruch.
Zusätzlich besitzen Labradore aktive Talgdrüsen, die das Fell schützen sollen. Wird dieses natürliche Gleichgewicht gestört, entsteht schneller ein unangenehmer Geruch.
Nasses oder schlecht getrocknetes Fell
Nach Regen, Schwimmen oder Baden bleibt oft Feuchtigkeit tief in der Unterwolle zurück. Dort vermehren sich Bakterien und Pilze – ein klassischer Auslöser für „nassen Hund“-Geruch.
Hautprobleme und Allergien
Labradore neigen zu Allergien und Hautirritationen. Rötungen, Juckreiz, Schuppen oder nässende Stellen sind häufig mit starkem Geruch verbunden.
Schlechte Hygiene als Ursache für starken Geruch

Unzureichende Pflege gehört zu den häufigsten Gründen, warum ein Labrador unangenehm riecht.
Wenn das Fell nicht regelmäßig gebürstet wird, bilden sich Schmutz-, Fett- und Bakterienschichten, die einen intensiven Geruch verursachen.
Auch Kotreste im Fell nach dem Spaziergang oder das Wälzen in Exkrementen und Schlamm führen schnell zu starkem Gestank.
Nicht zu unterschätzen ist zudem das Hundebett: Dort sammeln sich Haare, Hautschuppen und Feuchtigkeit besonders stark. Wird es nicht regelmäßig gewaschen, ist es oft die eigentliche Quelle des Geruchs.
Wenn der Geruch aus Maul, Ohren oder Augen kommt
Nicht immer stammt der unangenehme Geruch vom Fell.
Wenn der Hund aus dem Maul riecht, liegt die Ursache häufig in Zahnstein, entzündetem Zahnfleisch oder bakteriellen Belägen.
Fauliger Atem kann den Eindruck erwecken, der ganze Hund rieche unangenehm. Ursache sind oft Zahnstein oder entzündetes Zahnfleisch.
In solchen Fällen ist eine professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt erforderlich.
Ohren, die stark riechen, deuten meist auf Verschmutzung oder Erkrankungen wie Otitis oder Ohrmilben hin. Typische Anzeichen sind Rötungen, Krusten, Ausfluss und Juckreiz.
Hängende Ohren sorgen für wenig Belüftung. Wenn Ihr Labrador aus den Ohren riecht, liegt meist eine Entzündung oder Hefepilzinfektion vor.
Ein leichter Geruch aus den Augen kann bei eitriger Bindehautentzündung auftreten, ist aber in der Regel nicht sehr stark.
Fütterungsfehler als Ursache für Geruch
Ein unangenehmer Geruch kann auch durch falsche Ernährung entstehen.
Gewürzte, süße, salzige oder geräucherte Speisen aus der menschlichen Küche sind für Hunde ungeeignet und belasten den Verdauungstrakt. Auch schwer verdauliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Kohl oder Vollmilch können Blähungen und Körpergeruch verursachen.
Minderwertiges Futter kann Haut und Fell negativ beeinflussen und zu vermehrtem Geruch führen.
Billige Trockenfutter führen häufig zu Magen-Darm-Problemen, Hautreaktionen und verstärktem Geruch. Aber selbst hochwertiges Futter kann ungeeignet sein, wenn der Hund es nicht verträgt.
Auffällig ist zudem, dass viele Labradore nach der Umstellung auf Fischfutter – etwa mit Lachs oder Thunfisch – stärker riechen.
Stress als Geruchsverstärker
Tierärzte beobachten, dass bei vielen Hunden der Körpergeruch unter Stress deutlich zunimmt.
Angst, dauerhafte Unruhe, Veränderungen im Alltag oder schlechte Erfahrungen können dazu führen, dass die Talgdrüsen verstärkt arbeiten. Der Hund riecht dann intensiver, selbst wenn keine körperliche Erkrankung vorliegt.
Inkontinenz und Markieren als Geruchsquelle
Ein besonders unangenehmer Geruch entsteht, wenn der Labrador unter Harninkontinenz leidet oder regelmäßig in der Wohnung markiert.
Hier reicht normale Reinigung oft nicht aus, da Urin tief in Teppiche und Polstermöbel eindringt. In solchen Fällen müssen spezielle Enzymreiniger eingesetzt werden, um Gerüche dauerhaft zu entfernen.
Labrador riecht nach Hund in der Wohnung

Wenn ein Labrador stark nach Hund riecht, bleibt der Geruch meist nicht nur am Tier selbst, sondern setzt sich auch in der Wohnung fest. Besonders Teppiche, Polstermöbel, Hundebetten und Vorhänge nehmen den Geruch schnell auf.
Ursache ist häufig, dass der Hund sich regelmäßig auf denselben Liegeplätzen aufhält und dort Feuchtigkeit, Hautfett und Haare zurückbleiben. Ohne regelmäßige Reinigung entsteht so ein dauerhaft unangenehmes Raumklima, selbst wenn der Hund selbst gerade nicht stark riecht.
So beseitigen Sie den Hundegeruch in der Wohnung
Um den Geruch nachhaltig aus der Wohnung zu entfernen, sind folgende Maßnahmen sinnvoll:
Verschmutzte Stellen sollten mit einer Lösung aus Zitronensaft oder Essig (1:3) gründlich gereinigt werden.
Für hartnäckige Gerüche eignen sich spezielle Tiergeruch-Entferner wie Vaportek, BIO-GM, Nature’s Miracle oder vergleichbare Produkte.
Teppiche und Polstermöbel lassen sich gut mit Natron behandeln: einfach aufstreuen, mehrere Stunden einwirken lassen und absaugen. Auch Mais- oder Kartoffelstärke eignet sich dafür.
Böden können mit leichtem Essig- oder Kaliumpermanganat-Wasser gereinigt werden, wobei auf die Farbe des Bodenbelags zu achten ist.
Sehr wirksam gegen Gerüche ist auch ein Luft-Ozonator, der gleichzeitig desinfiziert.
Wenn ein Labrador nach Hund riecht, liegt die Ursache selten nur im Fell.
Hygiene, Fütterung, Stress, Krankheiten und Wohnraumpflege spielen immer zusammen.
Nur durch die Kombination aus guter Pflege des Hundes und konsequenter Sauberkeit in der Wohnung lässt sich der Geruch dauerhaft kontrollieren.
Pflege-Checkliste für Labradorhalter: Was hilft gegen den Hundegeruch beim Labrador?

- Regelmäßiges Bürsten
Mindestens 2–3 Mal pro Woche bürsten, um Schmutz, lose Haare und Hautfett gleichmäßig zu verteilen und Geruchsbildung vorzubeugen.
- Richtiges Baden
Nur bei Bedarf baden (alle 6–10 Wochen) und ausschließlich Hundeshampoo mit neutralem pH-Wert verwenden.
- Gründliches Trocknen nach Nässe
Nach Regen, Schwimmen oder Baden das Fell, besonders die Unterwolle, vollständig trocknen, um „nassen Hund“-Geruch zu vermeiden.
- Ohrenpflege nicht vergessen
Einmal wöchentlich kontrollieren und bei Bedarf mit speziellem Ohrenreiniger säubern.
- Zahnpflege durchführen
Zähne regelmäßig reinigen oder durch Kauartikel pflegen, um Mundgeruch vorzubeugen.
- Pfoten kontrollieren
Nach Spaziergängen reinigen und auf Geruch, Risse oder Entzündungen achten.
- Hundebett sauber halten
Decken, Kissen und Liegeplätze mindestens einmal pro Woche waschen.
- Ausgewogene Ernährung sicherstellen
Hochwertiges Futter ohne unnötige Zusätze verwenden und Futterunverträglichkeiten beobachten.
- Regelmäßige Entwurmung und Tierarztkontrollen
Alle 3–4 Monate entwurmen und jährliche Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.
- Wohnraum regelmäßig lüften und reinigen
Gerüche setzen sich schnell fest – regelmäßige Reinigung verhindert dauerhafte Belastung der Wohnung.
Labrador riecht nach Hund: Wann sollte man zum Tierarzt?
Ein Tierarztbesuch ist notwendig, wenn:
- der Geruch plötzlich sehr stark auftritt
- sich das Fell fettig oder klebrig anfühlt
- Hautveränderungen sichtbar sind
- der Hund sich auffällig häufig kratzt
- Ohren oder Maul unangenehm riechen
In diesen Fällen liegt oft eine medizinische Ursache vor, die behandelt werden muss.
Häufige Fehler der Halter, wenn der Labrador nach Hund riecht
Zu häufiges Baden
Viele Halter waschen ihren Labrador zu oft, in der Hoffnung, den Geruch dauerhaft zu beseitigen. Dadurch wird jedoch die natürliche Fettschicht der Haut zerstört, was zu einer Überproduktion von Talg und noch stärkerem Geruch führt.
Verwendung ungeeigneter Pflegeprodukte
Shampoos für Menschen oder aggressive Reinigungsmittel reizen die Hundehaut und begünstigen Hautprobleme sowie unangenehme Gerüche.
Unzureichendes Trocknen nach dem Baden oder Schwimmen
Bleibt die Unterwolle feucht, entstehen ideale Bedingungen für Bakterien und Pilze – der typische „nasse Hund“-Geruch ist die Folge.
Vernachlässigung von Ohren, Zähnen und Pfoten
Viele Halter konzentrieren sich nur auf das Fell, während Gerüche häufig aus Ohren, Maul oder von den Pfoten ausgehen.
Ignorieren erster Krankheitsanzeichen
Juckreiz, Rötungen, Haarausfall oder veränderter Geruch werden oft zu spät ernst genommen, obwohl sie früh auf gesundheitliche Probleme hinweisen.
Falsche oder einseitige Ernährung
Billiges Futter, Essensreste vom Tisch oder häufige Futterwechsel belasten Haut und Verdauung und verstärken den Körpergeruch.
Unzureichende Reinigung der Liegeplätze
Selbst ein gepflegter Hund riecht schnell wieder unangenehm, wenn Decken, Kissen und Teppiche nicht regelmäßig gewaschen werden.
FAQ: Labrador riecht nach Hund
Aufgrund der dichten Fellstruktur, aktiver Talgdrüsen, Feuchtigkeit im Unterfell, Verschmutzungen, falscher Pflege, Ernährung oder gesundheitlicher Probleme.
Ein leichter Eigengeruch ist normal, ein starker und dauerhafter Geruch jedoch nicht.
Feuchte Unterwolle begünstigt die Vermehrung von Bakterien und Pilzen, vor allem wenn das Fell nicht gründlich getrocknet wird.
Im Durchschnitt alle 6–10 Wochen oder bei starker Verschmutzung mit speziellem Hundeshampoo.
Ja. Hautinfektionen, Allergien, hormonelle Störungen sowie Leber-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen können Geruch verursachen.
Häufig wegen Otitis, Hefepilzen oder starker Verschmutzung. Eine tierärztliche Untersuchung ist ratsam.
Ja. Minderwertiges Futter, Unverträglichkeiten oder Fisch im Futter können den Geruch verstärken.
Hundebett regelmäßig waschen, Teppiche reinigen, lüften und spezielle Geruchsentferner für Tiere verwenden.
Nein. Verwenden Sie ausschließlich Produkte für Hunde, da menschliche Mittel Hautreizungen verursachen können.
Bei plötzlichem, starkem Geruch in Kombination mit Juckreiz, Haarausfall, Ausfluss oder Verhaltensänderungen.
Labrador riecht nach Hund: Fazit
Wenn ein Labrador nach Hund riecht, ist das nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Ein leichter Eigengeruch gehört zur Natur dieser Rasse. Deshalb entscheiden sich viele Halter dafür, einen Labrador in der Wohnung zu halten. Problematisch wird es erst, wenn der Geruch stark, dauerhaft oder unangenehm ist.
Auf unserer Website behandeln wir viele wichtige Fragen rund um die Haltung und Pflege von Labradoren. Auch das Thema „Labrador riecht nach Hund“ beschäftigt viele Halter, besonders dann, wenn der Geruch stärker als erwartet ausfällt.
Wie dieser Artikel zeigt, lässt sich das Problem in den meisten Fällen mit richtiger Pflege, passender Ernährung und etwas Aufmerksamkeit gut in den Griff bekommen. Sollte sich der Geruch jedoch plötzlich verändern oder deutlich verstärken, ist ein Besuch beim Tierarzt sinnvoll, um mögliche gesundheitliche Ursachen frühzeitig abzuklären.












