Die Trächtigkeit einer Labradorhündin ist eine verantwortungsvolle und sensible Phase im Leben einer Hündin, die sowohl für den Hund als auch für den Halter mit vielen Fragen und Aufgaben verbunden ist. Labrador Retriever gelten als robuste und fruchtbare Rasse, dennoch erfordert ihre Trächtigkeit eine gezielte Vorbereitung, aufmerksame Beobachtung und fachkundige Betreuung.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie lange die Trächtigkeit bei Labradoren dauert, welche Anzeichen auf eine Schwangerschaft hinweisen, wie Sie Ihre Hündin in dieser Zeit richtig unterstützen und welche Fehler unbedingt vermieden werden sollten. Ziel ist es, die Gesundheit der Mutterhündin zu schützen und optimale Voraussetzungen für gesunde Welpen zu schaffen.
Die Trächtigkeit einer Labradorhündin: Dauer

Wenn der Halter den Zeitpunkt der Läufigkeit und der Paarung korrekt bestimmt hat, lässt sich der Geburtstermin der Welpen relativ zuverlässig einschätzen. Die durchschnittliche Wurfgröße beim Labrador beträgt etwa 5 bis 6 Welpen, es können jedoch auch nur 1–2 oder bis zu 10–12 Welpen sein. Dies hängt von der genetischen Veranlagung sowie vom Alter der werdenden Mutter ab.
Im Durchschnitt dauert die Trächtigkeit beim Labrador 62 bis 64 Tage. Die Dauer kann sich verkürzen, wenn der Wurf mehr als fünf Welpen umfasst.
Befinden sich hingegen nur 1 bis 2 Welpen im Uterus, kann sich die Geburt bis zum 65.–66. Tag verzögern. In solchen Fällen besteht häufig das Risiko, dass die Welpen überdurchschnittlich groß sind. Dann kann ein operativer Eingriff, beispielsweise ein Kaiserschnitt, notwendig werden.
Beginnt die Geburt bis zum 65.–66. Tag noch nicht, sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden.
Es wurde zudem beobachtet, dass Erstgebärende ihre Welpen oft eher um den 63.–64. Tag herum zur Welt bringen, während erfahrene Hündinnen mitunter etwas früher gebären können. Abweichungen vom Normalverlauf sollten jedoch immer tierärztlich abgeklärt werden – insbesondere dann, wenn der Verdacht besteht, dass die Welpen einen großen Kopf haben oder das Becken der Hündin zu schmal ist.
Verlauf der Trächtigkeit beim Labrador – Phasen im Überblick

Die Trächtigkeit einer Labradorhündin dauert im Durchschnitt etwa 63 Tage, gerechnet ab dem Zeitpunkt des Eisprungs. Geringfügige Abweichungen von 58 bis 68 Tagen gelten als normal, insbesondere bei Erstgebärenden oder sehr großen Würfen.
Der Verlauf der Trächtigkeit lässt sich grob in drei Phasen einteilen:
Erste Phase (1.–3. Woche):
In dieser Zeit nisten sich die befruchteten Eizellen in der Gebärmutter ein. Äußerlich sind kaum Veränderungen sichtbar. Manche Hündinnen zeigen jedoch bereits Müdigkeit, leicht verminderten Appetit oder eine stärkere Anhänglichkeit.
Zweite Phase (4.–6. Woche):
Jetzt beginnt das sichtbare Wachstum der Föten. Der Bauchumfang nimmt zu, die Zitzen werden größer und dunkler. Der Energiebedarf der Hündin steigt, gleichzeitig kann es vorübergehend zu Appetitlosigkeit kommen.
Dritte Phase (7.–9. Woche):
Die Welpen sind nun deutlich entwickelt. Die Hündin wird ruhiger, bewegt sich vorsichtiger und sucht vermehrt geschützte Liegeplätze. In dieser Phase sind Schonung, Stressvermeidung und eine angepasste, nährstoffreiche Fütterung besonders wichtig.
Ein Tierarztbesuch zur Bestätigung der Trächtigkeit, zum Beispiel mittels Ultraschall ab dem 25. bis 28. Tag, wird dringend empfohlen, um den Gesundheitszustand der Hündin frühzeitig abzusichern.
Anzeichen einer Trächtigkeit beim Labrador

In der ersten Woche nach der Paarung (Tag 1–7) sind in der Regel noch keine sichtbaren Veränderungen erkennbar. Gelegentlich zeigt die Hündin jedoch eine leichte Unruhe oder wirkt aufmerksamer als sonst.
In der zweiten Woche (Tag 8–14) nisten sich die befruchteten Eizellen in der Gebärmutter ein. Auch in dieser Phase sind äußerliche Veränderungen noch nicht sichtbar.
Verhaltensänderungen zu Beginn der Trächtigkeit
In den ersten Wochen verändert sich oft zunächst das Verhalten der Labradorhündin, noch bevor körperliche Merkmale erkennbar sind. Sie wird entweder ungewöhnlich anhänglich und sucht verstärkt den Kontakt zum Halter oder zieht sich zurück und bevorzugt Ruhe und Abgeschiedenheit. Diese Veränderungen stehen im Zusammenhang mit der hormonellen Umstellung, die bereits früh die emotionale Wahrnehmung beeinflusst.
Einige Hunde werden wählerischer beim Fressen und prüfen das Futter intensiv nach Geruch, andere zeigen plötzlich Launenhaftigkeit und verweigern gewohnte Leckerbissen. Dieses Verhalten normalisiert sich meist gegen Ende des ersten Monats, sobald sich der Organismus stabilisiert. In dieser Phase sollte die Hündin nicht für veränderte Gewohnheiten bestraft werden – es handelt sich um eine natürliche Reaktion auf innere Prozesse.
Erste körperliche Anzeichen einer Trächtigkeit
Die ersten körperlichen Anzeichen lassen sich meist 2–3 Wochen nach der Paarung erkennen. Bei einer geplanten Verpaarung fällt die Einschätzung in der Regel leichter.
3. Woche (Tag 15–21):
Bei den Embryonen beginnen sich die Organe zu entwickeln. Durch die hormonellen Veränderungen kann es zu Übelkeit und gelegentlichem Erbrechen kommen. Häufig sinkt der Appetit, Geschmackspräferenzen verändern sich. Zudem können klare, schleimige Absonderungen aus der Vulva auftreten. Viele Hündinnen zeigen in dieser Zeit ein erhöhtes Bedürfnis nach Zuwendung.
4. Woche (Tag 22–28):
Ab jetzt sollten die körperlichen Belastungen reduziert werden, um die Hündin nicht zu überfordern. Die Welpen können bereits per Ultraschall sichtbar gemacht und bei erfahrenen Tierärzten auch vorsichtig ertastet werden.
Manche werdende Mütter reagieren in dieser Phase ungewöhnlich empfindlich auf Gerüche: Sie wenden sich von früher geliebten Nahrungsmitteln ab oder beschnüffeln intensiv die Hände des Halters, als wollten sie Veränderungen wahrnehmen. Ursache ist die hormonell bedingte Schärfung des Geruchssinns, mit der die Hündin instinktiv Veränderungen im eigenen Körper erkennt.
Zweite Hälfte der Trächtigkeit beim Retriever
5. Woche (Tag 29–35):
Jetzt sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, um den Trächtigkeitsstatus zu überprüfen. Mittels Ultraschall kann der ungefähre Trächtigkeitszeitpunkt bestimmt werden, außerdem erfolgt eine vorsichtige Palpation des Bauches. Eventuelle Abweichungen können so frühzeitig erkannt werden. Besitzer ohne Erfahrung sollten nicht versuchen, selbst die Welpen zu ertasten, um keine Verletzungen zu riskieren.
Ab der fünften Woche bewegt sich die Hündin meist vorsichtiger, meidet andere Tiere und läuft langsamer.
Empfohlen werden drei Spaziergänge täglich von jeweils etwa 30 Minuten, um Überlastung zu vermeiden.
6. Woche (Tag 36–42):
Der Taillenumfang nimmt nun sichtbar zu, meist um etwa 7–10 cm. Um dies korrekt festzustellen, sollten die Maße bereits vor der Paarung dokumentiert worden sein. Da sich das Skelett der Welpen entwickelt, ist nun eine Kalziumzufuhr über die Nahrung besonders wichtig.
Zudem vergrößern sich die Milchdrüsen, die Zitzen schwellen an. Die Bewegungen der Hündin werden weicher und vorsichtiger.
7. Woche (Tag 43–49):
Der Bauch ist nun deutlich vergrößert, die Welpen lassen sich gut ertasten. Erste Tropfen von Kolostrum – einer gelblich-durchsichtigen Vormilch – können erscheinen.
8. Woche (Tag 50–56):
Jetzt sind die Bewegungen der Welpen spürbar. Um sie zu fühlen, kann man vorsichtig eine Hand unter die Rippen der liegenden Hündin, in Richtung Leistengegend, legen. Dabei ist größte Vorsicht geboten, da Druck auf den Bauch vorzeitige Wehen auslösen kann.
Ab Tag 57–58 sollte mit der unmittelbaren Vorbereitung auf die Geburt begonnen werden, da die Hündin in der 9. Woche in der Regel wirft. Kurz vor der Geburt hören die Welpen auf, sich zu bewegen, sie „erstarren“ im Mutterleib.
In den letzten 2–3 Tagen sollten Spaziergänge auf etwa 10 Minuten verkürzt werden, da die Fortbewegung zunehmend schwerfällt. Gleichzeitig ist es wichtig, häufiger (3–4 Mal täglich) hinauszugehen, damit die Hündin sich nicht zurückhalten muss. Entfernen Sie sich nicht weit vom Haus, da die Geburt plötzlich einsetzen kann. In dieser Phase sollte die Hündin stets an der Leine geführt werden, um sie unter Kontrolle zu behalten.
Bereiten Sie frühzeitig den Wurfplatz vor und achten Sie darauf, dass dieser der Hündin gefällt und von ihr akzeptiert wird.
Trächtigkeit beim Labrador: Die letzten Tage vor der Geburt
Wenn bis zur Geburt nur noch 2 bis 7 Tage verbleiben, treten bei der Labradorhündin deutliche körperliche und verhaltensbezogene Veränderungen auf. In dieser Phase kommt es häufig zu Temperaturschwankungen. Es wird empfohlen, die Körpertemperatur der Hündin zweimal täglich zu messen, um den nahenden Beginn der Wehen rechtzeitig zu erkennen.
Unmittelbar vor der Geburt sinkt die Körpertemperatur typischerweise auf etwa 37 °C ab.
Der Bauch senkt sich sichtbar ab, was besonders gut von hinten zu erkennen ist.
Die Hündin wirkt zunehmend unruhig, schläft schlecht und kann gelegentlich leise winseln.
Sie muss häufiger nach draußen und es kann vereinzelt zu Harninkontinenz kommen.
Etwa einen Tag vor der Geburt verweigern viele Hündinnen die Nahrungsaufnahme.
Manche Hunde suchen verstärkt die Nähe ihres Halters, andere ziehen sich bewusst zurück und verstecken sich.
Besondere Aufmerksamkeit ist bei Erstgebärenden und bei älteren Hündinnen geboten. Ohne fachkundige Begleitung können Geburten in diesen Fällen mit erhöhtem Risiko verbunden sein – bis hin zum Verlust einzelner Welpen, des gesamten Wurfes oder der Mutterhündin.
Treten Geburtsanzeichen auf, der errechnete Termin ist erreicht, jedoch setzen keine Wehen ein, sollte umgehend tierärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Die Trächtigkeit einer Labradorhündin: Veränderung der Bewegungsaktivität

In der zweiten Hälfte der Trächtigkeit verändert sich die Bewegungsweise des Labradors deutlich: Der Gang wird weicher und breiter, die Drehungen erfolgen langsamer und überlegter. Dies hängt mit dem zunehmenden Bauchumfang und der Verlagerung des Körperschwerpunktes zusammen. Instinktiv vermeidet die Hündin Sprünge, wildes Laufen und abrupte Spiele, die ihr zuvor Freude bereitet haben.
Gerade in dieser Phase ist es wichtig, eine mäßige körperliche Aktivität beizubehalten. Ruhige Spaziergänge fördern die Durchblutung, erhalten den Muskeltonus und helfen, Schwellungen vorzubeugen. Übermäßige Belastungen hingegen – wie häufiges Treppensteigen, Joggen oder ausgelassenes Spielen mit großen Hunden – können den ungeborenen Welpen schaden.
Der Halter sollte die Hündin aufmerksam beobachten und die Belastung sofort reduzieren, sobald sie langsamer wird, zurückbleibt oder sich vermehrt hinlegen möchte. Eine angepasste Bewegung unterstützt die Gesundheit der Mutter und trägt zu einem reibungslosen Verlauf der Trächtigkeit bei.
Tabelle: Verlauf und Anzeichen der Trächtigkeit beim Labrador nach Phasen
| Phase / Zeitraum | Entwicklung der Welpen | Veränderungen bei der Hündin | Hinweise für den Halter |
|---|---|---|---|
| Woche 1 (Tag 1–7) | Befruchtete Eizellen beginnen sich zu teilen und wandern zur Gebärmutter | Keine sichtbaren Veränderungen, evtl. leichte Unruhe | Keine Belastung, keine Medikamente, normales Futter |
| Woche 2 (Tag 8–14) | Einnistung der befruchteten Eizellen in der Gebärmutter | Äußerlich weiterhin unauffällig | Beobachten, keine Eingriffe |
| Woche 3 (Tag 15–21) | Beginn der Organentwicklung | Übelkeit möglich, Appetit sinkt, Schleimabsonderung aus der Vulva, stärkeres Bedürfnis nach Nähe | Leicht verdauliches Futter, Stress vermeiden |
| Woche 4 (Tag 22–28) | Föten gut angelegt, im Ultraschall sichtbar | Belastbarkeit sinkt, empfindlicher auf Gerüche | Belastung reduzieren, keine Sprünge |
| Woche 5 (Tag 29–35) | Deutliches Wachstum der Föten | Bewegungen vorsichtiger, Bauch beginnt sich zu verändern | Tierarztkontrolle sinnvoll, ruhig bewegen |
| Woche 6 (Tag 36–42) | Skelettbildung der Welpen | Taille wird breiter, Zitzen vergrößern sich | Kalziumzufuhr prüfen, Futter anpassen |
| Woche 7 (Tag 43–49) | Welpen gut tastbar, Vormilch möglich | Bauch deutlich sichtbar, Bewegungen langsamer | Wurfplatz vorbereiten |
| Woche 8 (Tag 50–56) | Welpen bewegen sich aktiv | Welpenbewegungen fühlbar, erhöhter Ruhebedarf | Sehr vorsichtig mit dem Bauch umgehen |
| Woche 9 (Tag 57–63) | Welpen nehmen Geburtsposition ein | Nestbauverhalten, Appetit sinkt, Unruhe | Spaziergänge verkürzen, ständig beaufsichtigen |
Ernährung der trächtigen Labradorhündin
Während der Trächtigkeit verändert sich der Nährstoffbedarf einer Labradorhündin deutlich. In den ersten vier Wochen ist meist noch keine Futterumstellung notwendig. Ab der fünften Woche steigt jedoch der Energie-, Eiweiß- und Mineralstoffbedarf kontinuierlich an.
Wichtige Grundsätze der Fütterung:
Die Hündin sollte hochwertiges, leicht verdauliches Futter mit hohem Fleischanteil erhalten. Besonders wichtig sind Proteine für die Entwicklung der Welpen sowie Kalzium und Phosphor für Knochen und Zähne.
Eine Überfütterung ist zu vermeiden, da Übergewicht die Geburt erschweren kann. Besser sind mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag statt einer großen Portion.
Frisches Wasser muss der Hündin jederzeit zur Verfügung stehen.
Die Trächtigkeit einer Labradorhündin: Was sollte die werdende Mutter fressen?
Damit die Trächtigkeit und die Geburt beim Labrador komplikationslos verlaufen, ist eine hochwertige und ausgewogene Ernährung von zentraler Bedeutung. Die Hündin sollte mit frischen, qualitativ guten Produkten gefüttert werden, die ihren erhöhten Nährstoffbedarf decken.
Der Proteingehalt im Futter sollte schrittweise erhöht werden, da Eiweiß für das Wachstum der Welpen unerlässlich ist. Fette und Kohlenhydrate hingegen sollten auf ein notwendiges Minimum reduziert werden, da sie die Bildung von Fettreserven fördern und die Muskulatur „verhärten“ können. Übergewicht stellt für eine trächtige Hündin ein ernstzunehmendes Risiko dar, da es zu Geburtskomplikationen führen und eine natürliche Geburt erschweren kann.
Geeignet sind mageres Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier, jeweils in gekochter Form. Zusätzlich empfiehlt es sich, Hüttenkäse oder Quark in den Speiseplan aufzunehmen. In den letzten 10–14 Tagen vor der Geburt sollten Gemüse weitgehend aus dem Futter gestrichen werden, um Blähungen und Bauchschmerzen zu vermeiden, da ballaststoffreiche Kost schwer verdaulich ist.
Um einem Vitaminmangel vorzubeugen, kann der Hündin Vitamin E und F jeweils in einer Dosierung von einem Tropfen zweimal täglich verabreicht werden. Vitamin F unterstützt insbesondere die Gesundheit von Haut und Fell. Ebenso sind Mineralstoffpräparate notwendig, vor allem Kalzium, beispielsweise in Form von geeigneten Ergänzungspräparaten nach tierärztlicher Empfehlung.
Ab der 5. Woche können zusätzlich die Vitamine A und D ergänzt werden, ebenfalls in Tropfenform über das Futter. In der zweiten Hälfte der Trächtigkeit empfiehlt sich eine Gabe dreimal täglich.
Nahrungsergänzungen sollten nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt gegeben werden, da eine Überdosierung – insbesondere von Kalzium – schädlich sein kann.
Ebenfalls ab der 5. Woche sollte eine dritte Mahlzeit pro Tag eingeführt werden, idealerweise mittags, sodass die Hündin häufiger, aber in kleineren Portionen frisst. Die tägliche Futtermenge steigt zu diesem Zeitpunkt um etwa 10 %. In der 8.–9. Woche erhöht sich der Bedarf nochmals um etwa 10 %.
Das Körpergewicht der Hündin sollte regelmäßig kontrolliert werden, da überschüssiges Fett das Risiko von Komplikationen während der Geburt deutlich erhöht.
Um sicherzustellen, dass die werdende Mutter alle notwendigen Nährstoffe erhält, kann der Wechsel auf ein hochwertiges Fertigfutter für trächtige Hündinnen sinnvoll sein. Solche Futtersorten sind exakt auf die Bedürfnisse in dieser Phase abgestimmt. Geeignet sind beispielsweise Purina Pro Plan für trächtige Hündinnen oder Royal Canin A32. Beim Kauf sollte stets die Fütterungsempfehlung entsprechend dem Körpergewicht der Hündin beachtet werden.
Trächtigkeit beim Labrador: Trinkverhalten und Wasserbedarf
Während der Trächtigkeit ist Wasser für den Labrador ebenso wichtig wie eine ausgewogene Ernährung. Das zirkulierende Blutvolumen nimmt zu, der Organismus arbeitet intensiver, die Welpen wachsen, und sämtliche Stoffwechselprozesse beschleunigen sich. Daher muss die werdende Mutter jederzeit Zugang zu frischem, sauberem Wasser haben.
Einige Hündinnen trinken während einer Phase der Trächtigkeitsübelkeit vorübergehend weniger. Dies kann zu Dehydrierung, allgemeinem Unwohlsein und Appetitmangel führen. In solchen Fällen empfiehlt es sich, der Hündin häufiger Wasser anzubieten und dabei verschiedene Gefäße zu verwenden, gelegentlich auch leicht angewärmtes Wasser. Warme Flüssigkeit fördert die Verdauung und kann den Trinkreflex anregen.
Verweigert die Hündin die Wasseraufnahme länger als 12 Stunden, sollte unbedingt ein Tierarzt konsultiert werden, um gesundheitliche Risiken rechtzeitig auszuschließen.
Pflege und Haltung während der Trächtigkeit
Eine trächtige Labradorhündin benötigt vor allem Ruhe, Sicherheit und eine stressarme Umgebung. Körperliche Belastung sollte angepasst, aber nicht vollständig eingestellt werden.
Empfehlungen für den Alltag:
Spaziergänge sollten regelmäßig, aber moderat sein – keine Sprünge, kein wildes Toben mit anderen Hunden.
Ein ruhiger, sauberer Liegeplatz ohne Zugluft ist wichtig.
Das Fell kann weiterhin gepflegt werden, allerdings vorsichtig und ohne starken Druck auf den Bauch.
Stress, häufige Ortswechsel und laute Umgebungen sollten möglichst vermieden werden.
Je näher der Geburtstermin rückt, desto mehr Rückzug benötigt die Hündin. Spätestens in der achten Woche sollte ein geeigneter Wurfplatz vorbereitet werden.
Die Trächtigkeit einer Labradorhündin: Typische Fehler
Viele Probleme entstehen nicht durch die Trächtigkeit selbst, sondern durch falsches Verhalten der Halter. Zu den häufigsten Fehlern gehören:
Überfütterung aus „Mitleid“, was zu Übergewicht und Geburtskomplikationen führen kann.
Unkontrollierte Gabe von Vitaminen oder Kalziumpräparaten.
Zu intensive körperliche Belastung oder umgekehrt vollständige Bewegungslosigkeit.
Zu späte tierärztliche Kontrolle oder Verzicht auf Vorsorgeuntersuchungen.
Unterschätzung von Warnsignalen wie Fieber, Ausfluss oder starke Verhaltensänderungen.
Eine informierte und ruhige Begleitung ist der beste Schutz für Mutter und Welpen.
Die Trächtigkeit einer Labradorhündin: Wann sofort zum Tierarzt?
Einige Symptome während der Trächtigkeit gelten als Notfall und erfordern umgehend tierärztliche Abklärung:
Blutiger, übelriechender oder grünlicher Ausfluss vor dem Geburtstermin
Fieber über 39 °C
Starke Teilnahmslosigkeit oder Schmerzen
Plötzlicher Appetitverlust über mehr als 24 Stunden
Krampfanfälle oder Kollaps
Anzeichen vorzeitiger Wehen
Je früher reagiert wird, desto höher sind die Chancen, Komplikationen zu vermeiden
Scheinträchtigkeit beim Labrador: Anzeichen und mögliche Gefahren
Die Scheinträchtigkeit beim Labrador ist ein Zustand, bei dem bei der Hündin typische Anzeichen einer Schwangerschaft auftreten, obwohl keine tatsächliche Trächtigkeit vorliegt. Sie äußert sich sowohl durch verhaltensbedingte als auch durch körperliche Symptome.
Verhaltensanzeichen einer Scheinträchtigkeit
Zu den typischen Verhaltensänderungen zählen:
Unruhiges oder angespanntes Verhalten der Hündin.
Der Labrador beginnt, ein „Nest“ für vermeintliche Welpen zu bauen.
Die Hündin kümmert sich intensiv um Gegenstände wie Spielzeug oder Kissen, die sie als Ersatz für Welpen betrachtet.
Sie verteidigt ihren Liegeplatz und die „Welpen“ aggressiv gegenüber anderen.
Wenn sich echte Welpen in der Nähe befinden, zeigt die Hündin häufig ausgeprägtes Fürsorgeverhalten ihnen gegenüber.
Körperliche Anzeichen einer Scheinträchtigkeit
Auch körperlich kann sich eine Scheinträchtigkeit deutlich bemerkbar machen:
Veränderungen der Körperform und Gewichtszunahme.
Der Bauch kann sichtbar an Umfang zunehmen.
Die Zitzen schwellen an, vergrößern sich und können sich entzünden, ebenso die umliegende Haut.
Ödeme (Wassereinlagerungen) im Körper sind möglich.
Bei erfahrenen Hündinnen können sogar wehenähnliche Symptome auftreten.
Teilweise kommt es zu Erbrechen.
Die Hündin wirkt müde, antriebslos und schläfrig.
Eine Scheinträchtigkeit tritt beim Labrador typischerweise 6 bis 10 Wochen nach der Läufigkeit oder Paarung auf. Die genauen Ursachen sind wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch von einer Störung des Hormonhaushalts aus. Möglich ist auch, dass es zu einer frühen Resorption der Embryonen kam oder keine Befruchtung stattgefunden hat.
Wie unterscheidet man eine Scheinträchtigkeit von einer echten Trächtigkeit?
Um eine Scheinträchtigkeit von einer echten Trächtigkeit zu unterscheiden, sollten folgende Punkte beachtet werden:
Eine tatsächlich trächtige Hündin beginnt in der Regel nicht, Spielzeuge oder Gegenstände zu bemuttern und zu verteidigen.
Bei einer echten Trächtigkeit lichtet sich das Fell rund um die Zitzen, damit die Welpen später den Weg zur Milch leichter finden.
Vor der Geburt kommt es bei tragenden Hündinnen zu charakteristischen Temperaturschwankungen innerhalb eines Tages – bei einer Scheinträchtigkeit fehlen diese.
Die Scheinträchtigkeit dauert meist eine bis vier Wochen und sollte in den meisten Fällen von selbst abklingen.
Wann ist eine Scheinträchtigkeit gefährlich?
Wenn die Symptome die Hündin stark belasten oder sich verschlimmern, sollte unbedingt eine Tierklinik aufgesucht werden. Um Komplikationen zu vermeiden, ist eine tierärztliche Untersuchung sinnvoll.
Mögliche Komplikationen sind unter anderem:
Entzündungen der Gebärmutter oder Milchdrüsen
Fehlinterpretation der Symptome als andere Erkrankungen
Notwendigkeit der Abgrenzung gegenüber Erkrankungen der Hypophyse oder der Schilddrüse
Tritt die Scheinträchtigkeit beim Labrador regelmäßig auf, steigt das Risiko für Pyometra (Gebärmuttervereiterung) oder Brustdrüsenkrebs. In solchen Fällen sind Ultraschalluntersuchungen und Laboranalysen durch den Tierarzt zwingend erforderlich.
Wie lässt sich das Risiko einer Scheinträchtigkeit senken?
Scheinträchtigkeit tritt bei Labradoren relativ häufig auf, doch Halter können das Risiko deutlich reduzieren.
Wichtige vorbeugende Maßnahmen:
Ein stabiler Tagesrhythmus und eine stressarme Umgebung während und nach der Läufigkeit.
Regelmäßige körperliche Aktivität und ausgewogene, hochwertige Ernährung.
Vermeidung hormoneller Schwankungen durch unkontrollierte oder häufig wechselnde Deckakte.
Verzicht auf übermäßige emotionale Belastungen wie häufige Ortswechsel, neue Tiere im Haushalt oder drastische Umweltveränderungen.
Neigt eine Hündin zu wiederkehrenden Scheinträchtigkeiten, kann der Tierarzt eine hormonelle Abklärung empfehlen oder – in bestimmten Fällen – eine Kastration als präventive Maßnahme in Betracht ziehen.
Die Trächtigkeit einer Labradorhündin: Vorbereitung des Wurf- und Fütterungsbereichs sowie Sicherheit im Haus
Wenn sich die Trächtigkeit der Labradorhündin dem Ende nähert, sollte der Halter nicht nur den Geburtsplatz sorgfältig planen, sondern auch den Bereich, in dem Mutter und Welpen die ersten Wochen verbringen werden. Der Labrador ist eine große, aktive Rasse, und selbst die fürsorglichste Hündin bewegt sich noch recht kräftig. Daher ist es besonders wichtig, Bedingungen zu schaffen, in denen sie sich frei aufrichten, drehen und bewegen kann, ohne dabei Gefahr zu laufen, die Welpen zu verletzen.
Der Raum sollte ausreichend groß sein, damit die Mutter sich bequem ausstrecken und ihre Welpen entspannt säugen kann. Als Bodenbelag eignet sich am besten eine rutschfeste, leicht federnde Unterlage, die die Gelenke der Hündin unterstützt, welche gegen Ende der Trächtigkeit stärker belastet werden. Weiche Begrenzungen oder niedrige Umrandungen helfen zudem, ein unbeabsichtigtes Herausrollen der Welpen zu verhindern, sobald sie aktiver werden.
Besondere Aufmerksamkeit sollte der Temperatur gewidmet werden: In den ersten Tagen nach der Geburt verlässt die Labradorhündin das Nest häufig kurzzeitig, um sich zu erholen oder abzukühlen, während die Welpen ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren können. Deshalb ist ein stabiler Temperaturbereich von etwa 26–28 °C entscheidend – er sorgt für Wärme bei den Welpen, ohne die Mutter unnötig zu belasten.
Als gute Praxis gilt die Einrichtung einer separaten „Ruhezone“ für die Hündin: etwa eine weiche Matte oder ein Liegeplatz direkt neben der Wurfkiste. So kann sie Rücken und Muskulatur entlasten und sich zwischendurch erholen, bleibt jedoch stets in der Nähe ihres Wurfes. Diese Gestaltung reduziert den Stress für die Mutter und schafft ein harmonisches Umfeld, in dem sich sowohl die Welpen als auch die Hündin sicher und geborgen fühlen.
Die Trächtigkeit einer Labradorhündin: Häufige Fragen (FAQ)
Sicher bestätigen lässt sich eine Trächtigkeit durch Ultraschall ab etwa dem 25. Tag oder durch Röntgen in der Spätphase.
Impfungen sollten möglichst vor der Trächtigkeit erfolgen. Währenddessen nur nach ausdrücklicher tierärztlicher Empfehlung.
Ein Wurf umfasst meist zwischen 6 und 10 Welpen, abhängig von Alter, Gesundheit und Linie der Hündin
Ja, aber angepasst: keine Überanstrengung, keine riskanten Situationen.
Ja, Baden ist grundsätzlich erlaubt, solange es stressfrei erfolgt, das Wasser nicht zu kalt ist und die Hündin danach gut abgetrocknet wird. In den letzten zwei Wochen vor der Geburt sollte darauf jedoch verzichtet werden.
Ja, kurze Autofahrten sind möglich, solange die Hündin ruhig gesichert ist. Lange Fahrten oder häufige Transporte sollten vermieden werden, um Stress zu reduzieren.
Idealerweise ab der 6.–7. Trächtigkeitswoche, damit sich die Hündin rechtzeitig an den Ort gewöhnen kann.
Eine moderate Gewichtszunahme ist normal, starke Zunahme sollte jedoch vermieden werden. Die genaue Zunahme hängt von Ausgangsgewicht und Wurfgröße ab und sollte tierärztlich begleitet werden.
Ja, da ohne Vorbereitung Risiken für Mutter und Welpen steigen. Auch ungeplante Trächtigkeiten sollten immer tierärztlich betreut werden.
Ja, bei kleinen Würfen oder bei übergewichtigen Hündinnen kann eine Trächtigkeit lange unauffällig verlaufen und erst spät erkannt werden.
Die Trächtigkeit einer Labradorhündin: Schlussfolgerung
Die Trächtigkeit einer Labradorhündin ist eine besondere Zeit, die mit Verantwortung, aber auch mit Vorfreude verbunden ist. Mit der richtigen Ernährung, angepasster Pflege, regelmäßiger tierärztlicher Kontrolle und einem wachsamen Blick für mögliche Warnzeichen schaffen Sie die besten Voraussetzungen für eine komplikationslose Geburt und gesunde Welpen. Die Trächtigkeit ist jedoch nur ein Teil des gesamten Zuchtprozesses beim Labrador. Ebenso wichtig sind eine sorgfältige Vorbereitung auf die Paarung sowie fundierte Kenntnisse über den Ablauf der Geburt. Wer sich umfassend informieren möchte, sollte sich daher nicht nur mit der Trächtigkeit selbst beschäftigen, sondern auch mit der richtigen Planung der Zucht sowie mit dem Verhalten der Hündin während der Geburt und den ersten Stunden danach. Nur so lassen sich Risiken minimieren und optimale Bedingungen für Mutterhündin und Welpen schaffen.
Eine gut betreute Labradorhündin dankt es mit Vitalität, Gelassenheit und einem starken Start für ihren Nachwuchs.












